1. Karlo Clever

Hochsensible Sehorgane: Schau mir in die Augen

Hochsensible Sehorgane : Schau mir in die Augen

Nach vielen Millionen von Jahren haben Tiere hochsensible Sehorgane entwickelt. Dabei sind manche von ihnen mehr als andere auf eine hervorragende Sicht angewiesen.

Sehen und gesehen werden, darum geht es auch bei Tieren. So ziemlich alle haben Augen, um sich in ihrer Welt zurechtzufinden. Diese Sinnesorgane sind mal weniger, mal besser entwickelt. Das hängt ganz davon ab, wie sehr ein Tier seine Sehstärke zum Leben und Überleben braucht. Doch eine Gemeinsamkeit haben alle Augen: Sie reagieren auf Licht.

Augen haben sich vor Hunderten von Millionen Jahren entwickelt, weiß der Tierarzt Andreas Pauly. Er arbeitet im Tierpark Berlin. „Schon manche Einzeller haben einen Fleck, mit dem sie Licht erkennen“, sagt er. Quallen haben schon seit Urzeiten Flachaugen. Das sind einzelne, nebeneinander angeordnete Sinneszellen. Mit denen können sie zwischen Hell und Dunkel unterscheiden.

„Manche Weichtiere wie Schnecken und Würmer haben Grubenaugen“, erklärt der Tierarzt. „Damit können die Tiere schon etwas genauer erkennen, aus welcher Richtung das Licht einfällt.“ Insekten wie etwa Fliegen, Libellen und Schmetterlinge haben Facettenaugen. Das sind Tausende Einzelaugen, die wabenförmig oder halbkugelförmig angeordnet sind. Die einzelnen Bilder der Augen setzen sich dann wie ein Puzzle zu einem Bild zusammen.

Die am weitesten entwickelten Augen sind die Linsenaugen. Alle Wirbeltiere haben sie, also Fische, Vögel, Amphibien, Reptilien und Säugetiere – und damit auch wir Menschen. Ein Linsenauge ist aus vielen komplizierten Einzelteilen zusammengesetzt. Neben der Linse gehören der Glaskörper, die Iris und die schützende Hornhaut dazu.

„Linsenaugen sind beweglich, können mehr oder weniger Licht aufnehmen und unterschiedlich weit entfernte Punkte in der Umgebung scharf stellen“, erklärt Andreas Pauly. Zunächst gelangt mehr oder weniger Licht durch größere oder kleinere Pupillen. Dies wird durch die Muskeln der Iris oder auch Regenbogenhaut beeinflusst.

Eine biegsame Linse bündelt dann das einfallende Licht. Muskeln können diese Linse strecken oder stauchen. Das gebündelte Licht wird auf die Netzhaut am Ende des Glaskörpers geworfen. Dort nehmen Sinneszellen die Reize auf und senden sie an das Gehirn.

Das wohl beste Auge ist das Adlerauge. „Raubvögel wie der Adler stürzen sich aus großer Höhe auf ihre Beute“, sagt der Tierarzt. Solche Augen brauchen die Tiere auch, damit sie ihren Sturzflug zielsicher steuern können. Dazu haben Adler eine Art Fernglas in ihren Augen eingebaut. Dadurch erkennen sie etwa eine Maus am Boden aus mehreren Hundert Metern Höhe.

(dpa)