1. Karlo Clever

Papiermuseum: Rühren, sieben, trocknen

Papiermuseum : Rühren, sieben, trocknen

Papier benutzen die Menschen schon seit mehr als 2000 Jahren. Das Rezept zur Herstellung hat sich aber wenig geändert. Die wichtigsten Zutaten sind Wasser und zerfasertes Holz.

Die Bäume haben wir sozusagen in der Hand: als Brötchentüte, Schreibheft oder Müslipackung. Denn Papier besteht zu großen Teilen aus Holz. In der Regel wird es bei uns massenhaft in Fabriken hergestellt. Erfunden wurde Papier aber schon vor mehr als 2000 Jahren im Land China in Asien. Lange Zeit war das Rezept geheim! Erst im Mittelalter kam es nach Europa.

Entstehung von Zellstoff

Die Zutaten sind bis heute geblieben: sehr klein zerfasertes Holz und Wasser. Nur übernehmen mittlerweile große Maschinen die Herstellung. Außerdem werden die Fasern aus Holz mit chemischen Verfahren verändert. So entsteht Zellulose oder Zellstoff. Dieses Material lässt sich einfacher weiterverarbeiten.

Im Papiermuseum der Stadt Düren können Besucherinnen und Besucher erleben, wie ein Blatt Papier entsteht. In der Schöpfstation führt es Antje Veith vor: Zuerst reißt sie Zellulose von einer großen Platte und gibt sie in einen großen Bottich mit Wasser. Die Zellulose löst sich darin auf. Allerdings sinkt sie ziemlich schnell auf den Boden des Bottichs.

Jetzt muss man rühren, und zwar mit einem schweren Holzlöffel. Dann muss es schnell gehen, bevor die Zellulose wieder nach unten sinkt: Die Papier-Expertin taucht ein Schöpfsieb mit rechteckigem Rahmen und Deckel in die milchige Brühe. Sie zieht es kurz darauf vorsichtig wieder hinaus. Ein bisschen rüttelt sie noch an dem Sieb, damit sich der Zellstoff gleichmäßig auf den engen Maschen verteilen kann.

Alle weiteren Schritte dienen dazu, das Papier zu trocknen. Erst läuft das Wasser vom Sieb ab, dann wird der Deckel abgenommen und die Zellstoffmasse auf einen gut saugenden Untergrund gestürzt.

Das entstehende Blatt wird vorsichtig gepresst. Diesen Vorgang nennt man gautschen. Danach kommt das Papier zwischen etlichen saugenden Tüchern in die schwere Spindelpresse.

 Nach dem Schöpfen kommt das Trocknen. Eine alte Spindelpresse hilft dabei, möglichst viel Wasser aus dem Papier zu drücken.
Nach dem Schöpfen kommt das Trocknen. Eine alte Spindelpresse hilft dabei, möglichst viel Wasser aus dem Papier zu drücken. Foto: dpa/Claudia Irle-Utsch

Es braucht ordentlich Muskelkraft und Gewicht, um möglichst viel Wasser aus dem Papier herauszuquetschen. Dann kann der Stapel aus Tüchern und Papier aus der Presse befreit werden. Frau Veith zieht das Blatt sehr vorsichtig vom Tuch. Es muss jetzt noch eine Weile trocknen: vielleicht an der Leine, vielleicht auch zwischen Zeitungsblättern. Dann ist es bereit, angeschaut, angefasst und beschrieben zu werden.

(dpa)