1. Karlo Clever

Der Völkerbund: Reden, statt Krieg zu führen

Der Völkerbund : Reden, statt Krieg zu führen

Vor 100 Jahren entstand der sogenannte Völkerbund. Staaten aus aller Welt schlossen sich damals zu einer großen Gemeinschaft zusammen. Ihr Ziel war es, den Frieden zu sichern.

So einen Krieg hatte die Welt noch nicht gesehen! Der Erste Weltkrieg war einer der schlimmsten Kriege, den es jemals gegeben hat. Im November 1918 ging er zu Ende.

Noch während des Krieges hatte ein Mann namens Woodrow Wilson eine Idee. Woodrow Wilson war der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, also der Chef eines der mächtigsten Länder der Erde. Er schlug vor, eine Gemeinschaft von Staaten zu gründen, die sich für den Frieden einsetzt. So etwas wie den Ersten Weltkrieg sollte es nicht wieder geben!

Die Idee so einer Friedensgemeinschaft war schon einige Jahre zuvor diskutiert worden. Aber erst wollte keiner so recht mitmachen. Das war nach dem Krieg anders. Auf einer großen Friedenskonferenz wurden im April 1919 die Regeln für diesen Völkerbund festgelegt.

Zuerst schlossen sich 32 Länder zusammen. „Sie alle hatten zuvor im Ersten Weltkrieg gegen Deutschland gekämpft“, erklärt der Historiker Joachim Wintzer. Bald schon stießen andere Länder dazu, wie zum Beispiel Peru. Ausgerechnet die USA schlossen sich dem Bund aber nie an! Das lag an Problemen von Woodrow Wilson mit anderen Politikern in seinem Land.

Der Völkerbund hatte das Ziel, den Weltfrieden zu sichern. Wenn zwei Staaten miteinander in Streit gerieten und ein Krieg drohte, versuchte der Bund zu vermitteln. Das klappte in einigen Fällen. Oft scheiterte der Völkerbund aber auch, vor allem dann, wenn große Länder in Streit gerieten. „Die großen Staaten ließen sich vom Völkerbund nichts vorschreiben“, erklärt Joachim Wintzer.

Der Völkerbund konnte auch nicht verhindern, dass es einige Jahre später wieder zu einem Weltkrieg kam. Die gute Idee aber blieb: Staaten sollten ihr Handeln rechtfertigen und erklären. Diesem Gedanken folgte auch die Gründung einer neuen Organisation als Nachfolger des Völkerbundes: Das sind die Vereinten Nationen, die es bis heute gibt.

(dpa)