1. Karlo Clever

Monster jagen: „Pokémon Go“-Fest in Dortmund

Monster jagen : „Pokémon Go“-Fest in Dortmund

Draußen lauter niedliche Monster jagen: Das geht mit der Spiele-App Pokémon Go. Seit knapp drei Jahren schon fangen und sammeln Fans der kleinen Monster mit dem Handy ihre Pokémon. Und manchmal feiern die Fans dabei gemeinsam Feste auf der ganzen Welt.

Am Donnerstag war es wieder so weit. Tausende Spieler trafen sich in Dortmund im Bundesland Nordrhein-Westfalen. In einem großen Park wollen sie dort mehrere Tage lang mit ihren Smartphones Jagd auf Monster machen.

Im Dortmunder Westfalenpark sind Kinder, Jugendliche, Familien, leicht Ergraute und Senioren auf den Beinen. Man hört Englisch, Französisch, Polnisch, Schwedisch, Holländisch, Chinesisch, Japanisch. Das Pärchen Takuya und Mizuho Yamato ist extra von Kyoto ins Ruhrgebiet geflogen. „Wir lieben Pokémon“, erzählt der Unternehmer Takuya (46). „Am schönsten ist es in der Gruppe. Deshalb sind wir hier.“

Für alle, die das Spiel nicht kennen: Der Spieler macht allein oder im Team Jagd auf die knallbunten Monster. In der Regel gilt: Je seltener die Pokémon, desto kampfesstärker. Neben einer überdimensionierten Powerbank-Station zum Akku-Aufladen jubelt eine junge Britin. Sie hat gerade ein seltenes Wasser-Pokémon geschnappt. „Wenn man fit ist, kann man hier 100 in einer Stunde fangen.“ Aber: „Das Netz ist nicht so gut, meine Freundin fliegt immer wieder raus.“ Auf dem Veranstaltungsgelände waren zusätzliche Mobilfunkanlagen errichtet worden, das sollte eigentlich ein unbeschwertes Online-Gaming sicherstellen.

Rund 25.000 Spieler pro Tag erwartet die US-amerikanische Firma Niantic, die das Spiel entwickelt hat, bis Sonntag. Aber ist der Reiz immer noch so groß – gut drei Jahre, nachdem das Spiel auf den Markt kam? Ein Niantic-Sprecher sagt, die App sei bis Ende 2018 mehr als eine Milliarde Mal runtergeladen worden. Und 2018 sei „überaus erfolgreich“ gewesen.

Immerhin sitzen die Spieler nicht stundenlang im Zimmer vor dem Computer, sondern sind an der frischen Luft in Bewegung. So auch Sonja mit Söhnen Arved (15) und Justus (10). „Hier gibt es Pokémon, die total selten sind und die man sonst in Deutschland nicht fangen kann“, schildert Arved. „Vor drei Jahren haben viele nur mitgemacht, weil das gerade Mode war. Hier sind die echten Fans.“