Prinzenhochzeit: Party ohne Ende!

Prinzenhochzeit : Party ohne Ende!

Vor 300 Jahren wurde bei dem Fest in der Stadt Dresden vier Wochen lang gefeiert, gegessen und getanzt. Alle waren sich einig: Das war die Hochzeit des Jahrhunderts!

Eine Hochzeit ist was Feines! Die Gäste machen sich schick, es gibt leckere Sachen zu essen, es wird getanzt und gefeiert. Und im Mittelpunkt steht natürlich das Brautpaar. Vor 300 Jahren wurde in der Stadt Dresden auch eine Hochzeit gefeiert. Aber nicht irgendwie, sondern ganze vier Wochen lang!

Damals stand allerdings weniger das Brautpaar im Mittelpunkt, sondern eher der Vater des Bräutigams. „Im Grunde hat sich da August der Starke selbst gefeiert“, erzählt der Fachmann Dirk Syndram. August der Starke war Kurfürst von Sachsen und König von Polen. Seinen Sohn Friedrich August hatte er gerade mit der Tochter des österreichischen Kaisers verheiratet: Maria Josepha. Das musste gefeiert werden, am besten mit einer gigantischen Party.

„August wollte zeigen, dass er zur ersten Liga der europäischen Herrscher gehört“, sagt Dirk Syndram. Er wollte also vor allem die anderen Herrscherhäuser beeindrucken. Für die Feierlichkeiten ließ er extra das Schloss renovieren. Er gab ein neues Opernhaus in Auftrag, ließ ein neues Ballhaus errichten und auch der sogenannte „Zwinger“ wurde fertiggestellt. Diese Anlage aus Gebäuden und Gärten kann man heute noch in der Stadt Dresden besichtigen.

Am 2. September 1719 kam das Brautpaar in der Stadt an – und ab da hieß es: vier Wochen Party ohne Ende! Den ganzen September hindurch gab es Opern-Aufführungen, Bälle, Feuerwerke und Festessen. Eine tolle Veranstaltung jagte die nächste.

Auf der Elbe, die durch Dresden fließt, wurde beispielsweise eine Seeschlacht mit Schiffen nachgespielt. Es gab sogenannte Planetenfeste und das „Fest der vier Elemente“. Dabei verkleidete sich August als Feuer. Sein Sohn stellte dagegen das Element Wasser dar.

Dann kämpften sie gegeneinander, in einer Art Ritterturnier, mit Bogenschießen und Lanzenstechen. Bei solchen Wettbewerben reiten zwei Ritter aufeinander zu und versuchen, sich gegenseitig mit einer Lanze vom Pferd zu stoßen.

Ausgedacht hatte sich diese ganzen Feste wohl der Kurfürst höchstpersönlich – vermutlich zum Leidwesen seiner Diener. Denn August der Starke galt als sprunghaft, ständig hatte er neue Ideen im Kopf.

Sein Ziel aber erreichte der sächsische Kurfürst: An allen Höfen Europas wurde von dieser Hochzeit gesprochen!

(dpa)
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