1. Karlo Clever

Der natürliche Rasenmäher: Nicht meckern, mähen!

Der natürliche Rasenmäher : Nicht meckern, mähen!

Wenn man regelmäßig die Wiesen in Schuss halten möchte, macht das viel Arbeit. Einfacher ist es natürlich, wenn sich eine Schar von Zwergziegen dauerhaft darum kümmert.

Ein kurzes Pfeifen reicht. Schon kommen Gertrud, Emma und Hanni angelaufen und mit ihnen 13 weitere Zwergziegen. Die Tiere leben auf einer Wiese in Baden-Baden im Bundesland Baden-Württemberg. Sie gehören Marco Zacharias und Sebastian Fritz. Die beiden Männer nutzen die Zwergziegen gewissermaßen als Rasenmäher. Die Tiere sollen Hecken, Büsche und Gras auf dem Gelände abknabbern. Das machen sie auch fast den ganzen Tag.

Tobende Lämmer

So klein sind die Zwergziegen aber nicht. Die erwachsenen Tiere reichen den Männern locker bis zum Knie. Die zwei Wochen alten Lämmer sind aber wirklich noch sehr klein. Doch auch sie toben schon über die Wiese. Wie die anderen Jungtiere springen sie durch das Gras und klettern auf Holz herum. Oder sie stoßen sich gegenseitig mit dem Kopf weg. Ihre kleinen Hörner verletzen sie dabei nicht.

Wilder geht es zur Sache, wenn jemand mit Futter kommt. Dann stürmen alle Ziegen quer über das Gelände. Die Muttertiere schieben auch schon mal schroff die Kleinen zur Seite, um an die Körner zu kommen. Wenn Marco Zacharias und Sebastian Fritz sich beim Füttern hinknien, klettern die kleinen Ziegen hin und wieder auf ihnen herum. Sie lassen sich dann auch auf den Arm nehmen und streicheln.

Vor fünf Jahren sind die beiden Männer Ziegenbesitzer geworden. Wo heute eine Wiese mit ein paar Obstbäumen ist, sei damals alles mit Brombeerhecken zugewuchert gewesen, erzählt Marco Zacharias. Also überlegten sie, wie sie das Gestrüpp loswerden, ohne dass es ständig nachwächst. Da kamen sie auf die Idee, sich Ziegen anzuschaffen. „Am liebsten fressen die Hecken“, erklärt Sebastian Fritz. Die Männer kauften zwei Tiere. Weil sie jedoch trächtig waren, kam schnell Nachwuchs. Mit der Zeit wuchs die Herde auf 16 Zwergziegen an. „Unsere Mitarbeiterinnen“ nennen die beiden Männer die Ziegen.

Einsatz im Winter

Haben die Tiere eine Fläche abgefressen, ziehen sie einfach weiter auf eine neue. Marco Zacharias und Sebastian Fritz bauen Zäune um das Gelände. Auch bei Regen und im Winter bei Schnee tummeln sich die Ziegen im Freien. In Anhängern mit Stroh können sie übernachten.

Nachbarn hätten schon gefragt, ob die Ziegen mal auf ihrem
Grundstück alles ratzekahl fressen können, erzählt Marco Zacharias. Einige solcher Einsätze gab es schon und weitere sind geplant. Wenn das gut läuft, können die beiden Männer sich vorstellen, noch mehr Rasenmäher auf vier Beinen anzuschaffen. Dann würden noch mehr Zwergziegen auf den Wiesen grasen.

(dpa)