1. Karlo Clever

Zeichnen: Nicht Jammern sondern loslegen

Zeichnen : Nicht Jammern sondern loslegen

Stifte, Radiergummi und Papier liegen bereit. Nun geht es los mit dem Zeichnen. Aber wie? Sich einfach trauen, meint der Illustrator Peng. „Es ist doch egal, was die anderen sagen.“

Wie malt man lachende und weinende Gesichter? Wie schafft man es, dass Figuren sich bewegen? All das erklärt der Illustrator Peng in einem neuen Buch. Dabei geht er Schritt für Schritt vor, damit wirklich alle mitkommen. Antje Ehmann hat mit ihm über das Zeichnen gesprochen, und warum er das Buch geschrieben und gezeichnet hat.

Stimmt es, dass manche Menschen gar nicht zeichnen können?

Peng: Es ist doch egal, was die anderen sagen. Hauptsache, man hat Spaß dabei! Viele Erwachsene haben sowieso eine falsche Einschätzung davon. Ich hatte mal eine Gruppe mit zwölf Leuten, da war die Jüngste ein vierjähriges Mädchen und die Älteste eine 75-jährige Dame. Wir haben Katzen gezeichnet. Dabei war eine Katze cooler als die andere und jede hat anders ausgesehen. Aber bei allen hat man erkannt, dass es eine Katze ist und sie hatten alle Charakter. Darum geht es mir. Also, aus meiner Sicht konnten alle zeichnen!

 Der Illustrator Peng findet, jeder der zeichnen möchte, soll es auch tun.
Der Illustrator Peng findet, jeder der zeichnen möchte, soll es auch tun. Foto: dpa/Paul Kranzler

Was ist der beste Trick?

Peng: Den besten Trick gibt es nicht. Aber es gibt sehr viele kleine Tipps, die weiterhelfen. Welche Mal- und Zeichenwerkzeuge für welchen Zweck gut sind, oder wie man mit einem Pinsel richtig gut malen kann. Wie sich eine Figur bewegt oder wie man Tiere zeichnen kann. Ich hab versucht, im Buch möglichst viele Tricks zu zeigen.

 Mitmachgrafik: Anleitung für eine Comicfigur.
Mitmachgrafik: Anleitung für eine Comicfigur. Foto: grafik

Wie ist es für Sie, Kindern Zeichenkurse zu geben?

Peng: Es freut mich wahnsinnig, wenn die Kinder am Ende von Workshops erstaunt und glücklich sind über das, was sie geschafft haben. Es macht richtig Spaß, kleine Hilfestellungen zu geben, ihnen Tricks zu zeigen, die sie probieren sollen. Aber ich will, dass sie selbst entscheiden, wie sie es machen möchten. Wenn Kinder gutes Zeichen- und Malwerkzeug bekommen, dann entstehen Bilder, bei denen ich selbst etwas von ihnen lerne.

Wie kamen Sie auf die Idee zu diesem Buch?

Peng: Es hat mich immer gestört, dass viele Leute mit dem Zeichnen aufhören, weil sie denken, sie können es nicht. Die meisten sagen dann auch noch: „Ich habe früher so gerne gezeichnet.“ Ja, aber warum tun sie es dann nicht mehr? Es gibt doch nichts Schöneres als selbstgezeichnete Glückwunschkarten oder kleine lustige Bilder für Freunde! Und dann wollte ich genau für die etwas machen. Damit sie mit dem Jammern aufhören und sich wieder trauen.

(dpa)