1. Karlo Clever

Kaputt, bekleckert, zu kurz: Neue Mode aus alten Klamotten

Kaputt, bekleckert, zu kurz : Neue Mode aus alten Klamotten

Kaputte Kleidung solltest du nicht sofort wegschmeißen. Du kannst damit noch viel anfangen. Eine Expertin hat uns gezeigt, was man aus alten Kleidern alles machen kann.

Die Jeans hat ein Loch, der Pulli passt nicht mehr und das T-Shirt gefällt dir nicht mehr. Weg damit, oder? In Deutschland werden jedes Jahr mehr als eine Million Tonnen Kleidung aussortiert. Das ist echt viel. Und das muss nicht sein, findet Susanne Strauß. Sie lebt in Heidelberg im Bundesland Baden-Württemberg und gibt Nähkurse.

Susanne Strauß wirft fast nie Kleidung weg. Sie kauft auch sehr selten neue. „Ich habe schon immer alles selbst genäht“, sagt sie. Dafür verwendet sie vor allem alte, aussortierte Kleidungsstücke. Die bekommt sie etwa von Bekannten und Verwandten geschenkt. Eine alte Wanderhose ihres Vaters verwandelte sie in einen Rock. Und aus einem Wollpulli wurde eine schicke Strickjacke.

Aus alten Sachen etwas Neues zu nähen, hat auch einen Namen: Refashion (gesprochen: rifäschn). In dem englischen Wort steckt das Wort „fashion“ für Mode. „Aus einem alten Kleidungsstück wird wieder ein aktuelles, modisches gemacht“, sagt Susanne Strauß.

Dafür hat die Expertin viele Tricks parat. Flecken oder kleine Löcher verdeckt sie etwa mit bunten Stoffstücken. An ein zu kurzes Oberteil näht sie einen schönen Stoff, damit es wieder länger ist. Und aus langen Hosen werden einfach kurze. Aus Stoffresten näht sie auch kleine Taschen und Kleidung für Puppen oder Kuscheltiere. „Alte Kleidungsstücke umzunähen, ist eine Herausforderung“, findet die Expertin. Um sich vorzustellen, wie ein Teil aussehen könnte, braucht man Fantasie. „Man darf natürlich nicht einfach neue oder noch gute Kleider zerschneiden“, sagt Susanne Strauß.

Vielleicht hast du Lust, es auszuprobieren: Wirf ein altes oder kaputtes Kleidungsstück nicht einfach weg. Überlege, was du daraus machen kannst. Du brauchst nur Nadel und Faden oder eine Nähmaschine - und kannst loslegen. Für den Anfang empfiehlt die Fachfrau alte Jeans: „Das ist ein sehr gutes Material, mit dem man viel anfangen kann. Der Stoff lässt sich außerdem leicht bemalen oder färben.“

Wenn alte Kleidung wiederverwendet wird, muss weniger neue produziert werden. Die meisten Kleider, die es in Deutschland zu kaufen gibt, werden in Ländern in Asien hergestellt. Dabei werden oft giftige Stoffe benutzt, die der Natur schaden. „Außerdem müssen die Näherinnen und Näher unter extrem harten Bedingungen arbeiten“, erklärt Susanne Strauß. Refashion macht also nicht nur Spaß, sondern ist auch gut für die Umwelt.