1. Karlo Clever

Karlo Clever: Mit versteckten Kameras helfen

Karlo Clever : Mit versteckten Kameras helfen

Wilde Tiere zu fotografieren, ist gar nicht so einfach. Das wissen auch Forschende im afrikanischen Land Tansania. Deswegen setzen sie spezielle Geräte ein, die alleine arbeiten.

Neugierig schnüffelt ein Löffelhund an der Linse. Es macht klick! Im Schutz der Nacht trippelt ein Stachelschwein über den Pfad. Klick! Ein Gepard streift umher. Klick! Wann immer ein Tier an dieser Stelle im Ruaha Nationalpark vorbeiläuft, löst eine Kamera automatisch aus. Durch die Bilder bekommen Forschende wichtige Einblicke in das Leben der Tiere.

Der Nationalpark liegt im Land Tansania im Osten von Afrika. Das Wildnisgebiet ist zu großen Teilen unerforscht. Derzeit wollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler herausfinden, welche und wie viele Tierarten in dem Schutzgebiet leben. Dafür binden sie die Kameras überall im Park an Bäume und Sträucher.

Leena Lulandala arbeitet im Nationalpark für eine Station mit einem langen Namen: die Douglas-Bell-Öko-Forschungsstation. „Wir lernen das Verhalten der Tiere, ihr Revier, ihre Abläufe kennen“, sagt sie. „Die Kameras helfen uns, Daten rund um die Uhr zu sammeln, Tag und Nacht.“

Die Geräte sind mit einem Sensor ausgestattet, der die Kamera startet, wenn sich etwas Warmes davor bewegt. Das heißt: Niemand muss da sein, um sie zu bedienen. So können Forschende die Tiere fotografieren, ohne sie zu stören. Allein die Anwesenheit von Menschen könne das natürliche Verhalten von Tieren beeinflussen, erklärt Leena Lulandala. Sie verstecken sich dann zum Beispiel.

Jedes Foto zeigt das Datum und die Uhrzeit an, zu der das Tier vorbeigekommen ist. „So erfahren wir nach und nach, welche und wie viele Arten wir hier in Ruaha haben“, erzählt die Expertin. „Kamerafallen sind besonders gut, um seltene Arten und nachtaktive Tiere zu entdecken.“

Besonders interessiert sind die Fachleute am Afrikanischen Wildhund. Diese gefleckten Tiere gelten als stark gefährdet. In Ruaha soll es noch einen der größten Bestände dieser Wildhunde geben: ungefähr 500 Tiere leben dort in mehreren Rudeln.

Alle Aufnahmen der Kamerafallen werden in einer Datenbank gesammelt, bewertet und mit vorhandenen Daten verglichen. Das kann viele Monate dauern und braucht Geduld. „Wir müssen Tausende von Fotos machen, um damit langsam eine Wissensbasis aufzubauen“, sagt Leena Lulandala.

Mit Hilfe der Informationen können Naturschutz-Organisationen und Parkbehörden dann gemeinsam überlegen, welche Schutzmaßnahmen eingesetzt werden können. Diese sollen helfen, die Pflanzen- und Tierwelt im Nationalpark zu erhalten.

(dpa)