1. Karlo Clever

„Jeder hat mal Angst“: Mit Schulangst umgehen

„Jeder hat mal Angst“ : Mit Schulangst umgehen

Niemand geht jeden Tag gleich gerne zum Unterricht. Vor einer Prüfung Sorgen zu haben, ist auch normal. Doch bei manchen Kindern wird die Furcht so groß, dass sie Probleme im Alltag haben.

Die Hände zittern, man schwitzt oder hat morgens schon Bauchschmerzen. Manche Kinder haben richtig Angst, zur Schule zu gehen. „Jeder hat mal Angst“, sagt Susanne Stork. Sie ist Psychologin und kennt sich deswegen gut mit Ängsten aus. Eigentlich ist Angst etwas Gutes. Sie schützt uns vor gefährlichen Situationen. Sie ist aber dann nicht mehr gut, wenn sie uns unglücklich macht. Sobald das der Fall ist, ist es wichtig, etwas dagegen zu tun!

Was ist Schulangst?

Mit Schulangst ist die Angst vor Situationen gemeint, die mit der Schule zu tun haben. „Das können konkrete Ängste sein oder aber auch nur Befürchtungen“, erklärt Frau Stork. Manchmal geht es darum, dass sich jemand unter Druck gesetzt fühlt. Das passiert etwa, wenn man starke Angst vor schlechten Noten hat. Oft geht es aber auch um Situationen mit anderen Menschen. Vielleicht hat ein Kind Angst vor einem anderen Kind oder vor einem Lehrer oder einer Lehrerin. Gründe dafür gibt viele, zum Beispiel einen Streit oder Mobbing.

Wie merke ich, dass ich Schulangst habe?

„Am ehesten merkt man bei sich so eine Unlust“, beschreibt Frau Stork. „Wenn der Wecker klingelt, hat man gar keine Lust, sich einer bestimmten Situation in der Schule zu stellen.“ Im Laufe des Tages ist man unmotiviert, traurig oder auch wütend. Auch der Körper sagt einem Bescheid, wenn etwas nicht stimmt. Man bekommt Bauch- oder Kopfschmerzen, es ist einem übel oder man bekommt Durchfall. Wer Angst hat, kann sich außerdem schlecht konzentrieren. Wer so etwas feststellt, sollte zum Arzt gehen. Wenn der sagt, dass mit dem Körper alles in Ordnung ist, kann man nach weiteren Ursachen suchen. Und sich zum Beispiel fragen, ob das Zeichen für Schulangst sind.

Was kann ich gegen Schulangst tun?

So unterschiedlich die Zeichen für Schulangst sein können, eins haben sie gemeinsam: Es geht den Betroffenen damit nicht gut. Deshalb sollten sie etwas tun. Ein Tipp von Frau Stork: „Die Signale ernst nehmen und sich mit anderen austauschen.“ Gefühle runterzuschlucken ist keine so gute Idee. Auch wenn man versucht, die Situationen zu vermeiden, wird die Angst oft nur noch größer.

Am besten ist es, sich Hilfe zu holen, vielleicht von Eltern oder Lehrkräften. Gemeinsam kann man überlegen: Woher kommt die Angst? Welche Situationen oder Menschen lösen die Angst aus? Dann kann man überlegen, wie man damit umgeht. Es hilft zum Beispiel, die Angst auslösenden Situationen durchzuspielen. Dabei kann man überlegen, wie man besser reagieren kann. Ein guter Hinweis ist auch: Kleine Schritte machen. Niemand kann von heute auf morgen lernen, mit der Angst umzugehen. Aber: Jeder kleine Erfolg kann sich gut anfühlen!

(dpa)