Zuständig für die Sicherheit: Mit den Augen bei den Fußballfans

Zuständig für die Sicherheit : Mit den Augen bei den Fußballfans

Vom Fußballspiel selbst bekommen sie nicht so viel mit. Trotzdem sind sie für das Spiel sehr wichtig: Ordner sorgen für Sicherheit. Wir haben einen Ordner beim FSV Mainz 05 besucht.

Ali Gülay ist schon von Weitem gut zu erkennen. Er trägt ein schwarzes T-Shirt, eine schwarze Hose und eine knallgelbe Warnweste. Ali Gülay ist Ordner im Fußball-Stadion des FSV Mainz 05. Wenn der Verein hier Fußball spielt, sind Herr Gülay und seine rund 400 Kollegen ganz aufmerksam.

Ordner wie Ali Gülay gibt es auch bei den anderen Vereinen in der Bundesliga. Vor dem Spiel sitzt er auf einem Hocker im Innenraum. Er schaut in Richtung Tribüne. Der Ordner passt dort auf, wo die Mainzer Ultras stehen. Das sind die Fans, die sich besonders stark für ihren Verein einsetzen.

Ali Gülay schaut zum Beispiel, dass niemand etwas aufs Spielfeld schmeißt. Außerdem achtet er darauf, dass keiner Feuerwerkskörper anzündet. Denn das ist verboten. Will jemand aufs Spielfeld laufen, hält Herr Gülay ihn auf. „Es darf niemand mit fremden Schals in diesen Block“, erklärt er. Kommt jemand mit einem Schal der gegnerischen Mannschaft im Fan-Block der Mainzer an, muss er den Schal ausziehen. Sonst könnte es zu Streit kommen.

Bevor es losgeht, steckt sich Ali Gülay kleine Stöpsel in die Ohren. Das dämpft ein bisschen den lauten Gesang der Fans. Herr Gülay darf etwas trinken oder essen. Wenn er auf die Toilette muss, vertritt ihn ein Kollege. Selbst in der Pause bleibt der Ordner auf seinem Platz.

Beim Anpfiff steht Ali Gülay auf einem Podest am unteren Ende der Tribüne. Dreht er den Kopf nach rechts, schaut er auf das Spielfeld. Links sieht er die Fans. „So habe ich alles gut im Blick“, sagt Ali Gülay. Lange darf er natürlich nicht dem Spiel zuschauen. Dabei ist er selbst ein großer Fan der Mainzer.

Schon nach weniger als einer Minute fällt das erste Tor für Mainz. Ali Gülay sieht es nicht. Er steht mit dem Rücken zum Tor. Aber er hört es, denn es bricht sofort ein ohrenbetäubender Jubel los. „Ich freue mich über jedes Tor“, erzählt er. Der 39-Jährige bleibt ganz entspannt. Sind die Fans gut drauf, geht es auch ihm bestens. Er weiß aber auch: „Wenn das Spiel nicht gut läuft, sind die Fans genervt.“ Dann muss er noch besser aufpassen. Manchmal fliegen in so einem Fall Bierbecher durch die Luft. „Eine Bierdusche gehört für mich dazu“, meint der Ordner.

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