1. Karlo Clever

Asteroiden: Milliarden kleine Himmelskörper

Asteroiden : Milliarden kleine Himmelskörper

Asteroiden sind mehr als langweilige Felsbrocken, die durch das Weltall fliegen. In der Urzeit schlugen gewaltige Exemplare auch auf unserer Erde ein. Das hatte Folgen.

Ein gewaltiger Asteroiden-Einschlag ließ die Dinosaurier aussterben. Das wissen Forschende mittlerweile sicher. Aber andere Dinge über die Himmelskörper sind weiter rätselhaft. Stephan Ulamec ist Asteroiden-Forscher am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt und beschäftigt sich mit diesen Rätseln. Im Interview mit Birk Grüling erzählt er, warum er sich für Asteroiden interessiert und ob diese auch uns Menschen gefährlich werden könnten.

Herr Ulamec, was genau ist eigentlich ein Asteroid?

Stephan Ulamec: Asteroiden sind Himmelskörper, die ähnlich wie Planeten ihre Bahnen um die Sonne ziehen, aber deutlich kleiner sind. Von ihnen gibt es in unserem Sonnensystem einige Milliarden.

Woraus bestehen die Asteroiden?

Ulamec: Viele Asteroiden bestehen aus Staub, Geröll und Gestein. Manchmal finden sich Spuren von Eis und organischem Material wie Kohlenstoff. Es gibt aber auch Asteroiden, die aus verschiedenen Metallen bestehen.

Wie groß sind die größten und wie klein die kleinsten Asteroiden?

Ulamec: Es gibt kleine Asteroiden, die kaum zehn Meter breit sind. Der größte Asteroid, den wir kennen, ist Ceres. Er hat einen Durchmesser von rund 900 Kilometern und gilt inzwischen als Zwergplanet. Ihn erkennt man manchmal sogar mit dem Teleskop aus dem Kinderzimmer.

Wie beobachten Forschende die Asteroiden in unserem Sonnensystem?

Ulamec: Wir suchen mit großen Teleskopen nach Objekten, die sich schnell durch das All bewegen. So finden wir gerade etwas größere Asteroiden ziemlich leicht. Wir können sogar ihre Bahn berechnen und sehen, ob sie der Erde eventuell zu nahe kommen könnten.

Was interessiert Sie besonders an Asteroiden?

Ulamec: Die meisten Asteroiden entstanden in den Anfangstagen unseres Sonnensystems. Durch ihre Untersuchung verstehen wir besser, wie unsere Erde und die anderen Planeten entstanden. Außerdem finden wir in manchen Asteroiden auch die Grundbausteine unseres Lebens. Es könnte sein, dass das Leben auf der Erde erst durch Meteoriten-Einschläge vor einigen Milliarden Jahren möglich wurde.

Wie kann man sich gegen Asteroiden schützen?

Ulamec: Darüber denken wir Forscher intensiv nach. Mit Raumsonden wollen wir nachsehen, ob man sie mit einem Zusammenstoßen von ihrem Weg zur Erde abzulenken könnte. Ob das klappt, wissen wir aber noch nicht.

Wie wahrscheinlich ist es, dass wir dieses Wissen auch brauchen?

Ulamec: Die Erde wird immer wieder von Asteroiden getroffen. Oft sind es nur kleine Gesteinsbrocken. Das sorgt vor allem für kaputte Fensterscheiben und Autos, auch Menschen können dabei verletzt werden. Ein so großer Einschlag wie jener, der die Zeit der Dinosaurier beendete, kommt zum Glück nur ganz, ganz selten vor.

(dpa)