1. Karlo Clever

Botschafter in Italien: „Mein Beruf ist einer der schönsten“

Botschafter in Italien : „Mein Beruf ist einer der schönsten“

Reden hilft! Wer miteinander spricht, kann auch Streit viel besser klären. Das gilt auch, wenn es um zwei Länder geht. Doch wie reden die miteinander?

Viktor Elbling hat einen besonderen Beruf: Er ist Botschafter im Land Italien. Botschafter sind Menschen, die von der Regierung ihres Heimatlandes in ein anderes Land geschickt werden. Dort reden und verhandeln sie, etwa mit anderen Abgesandten. Oft nennt man diese Menschen auch Diplomaten. Karlotta Ehrenberg hat Viktor Elbling in der italienischen Hauptstadt Rom zum Interview getroffen.

Herr Elbling, in „Botschafter“ steckt das Wort „Botschaft“. Besteht Ihre Aufgabe darin, Botschaften zu überbringen?

Viktor Elbling: „Ja, genau. Zum Beispiel teile ich den Politikerinnen und Politikern hier mit, was die deutsche Regierung entschieden hat. Umgekehrt werde ich aber auch von der italienischen Regierung zum Gespräch eingeladen. Davon muss ich dann meiner Regierung berichten.“

Sie sprechen im Namen der deutschen Regierung. Muss alles, was Sie sagen, vorher mit der Bundeskanzlerin oder dem Bundespräsidenten abgesprochen sein?

Viktor Elbling: „Nein. Wichtig ist allein, dass ich mich an die Gesetze und Verfassung halte. Zudem kenne ich die politischen Positionen meiner Regierung und muss selten vorher nachfragen.“

Als Botschafter sind Sie immer nur für drei bis vier Jahre in einem Land. Dann geht es in das nächste. Wo waren Sie bisher?

Viktor Elbling: „Ich habe in Korea, Spanien, Mexiko und Italien gearbeitet. Mein Vater war auch schon im Auswärtigen Dienst. Ich bin in Pakistan geboren und in Afrika, Spanien und Italien aufgewachsen.“

Ist das nicht schwer, alle paar Jahre den Wohnort zu wechseln?

Viktor Elbling: „Absolut. Die Freunde zurückzulassen und die Schule zu wechseln, das ist schon schwierig. Aber es ist auch schön, sich zu bewegen und die Welt kennenzulernen. Ich bin sehr neugierig und finde, dass mein Beruf einer der schönsten ist.“

Müssen Sie die Sprache des Landes beherrschen?

Viktor Elbling: „Man sollte sich natürlich bemühen, die Sprache zu lernen. Es gibt aber einige sehr schwierige Sprachen, die kann man nicht gleich perfekt beherrschen.“

Zur Verständigung gehört ja nicht nur die Sprache. Man muss auch viel über das Land wissen.

Viktor Elbling: „Als Diplomat muss man versuchen, das andere Land zu verstehen. Je besser man die Gewohnheiten und Traditionen kennt, desto einfacher ist es, eine Brücke zu bauen.“

(dpa)