1. Karlo Clever

Moderne Kunst: Manet malte auf eine neue Art

Moderne Kunst : Manet malte auf eine neue Art

Der Künstler probierte bei seinen Werken verschiedene Sachen. Nicht alles kam gut an. Für viele moderne Maler war er jedoch ein Vorbild. Seine Bilder sind noch heute berühmt.

Von der Ferne betrachtet sehen die Blumen und Menschen auf den Bildern fast echt aus. Von Nahem sieht man aber die dicken Striche, mit denen der Künstler sie gemalt hat. Es wirkt ein bisschen, als hätte er mit dem Pinsel sehr fest aufgedrückt und es beim Malen ziemlich eilig gehabt. Trotzdem ist auf den Bildern alles Wichtige genau zu sehen. Gemalt hat sie Édouard Manet vor ungefähr 150 Jahren. Gerade sind einige Bilder des Malers in einer Ausstellung in der Stadt Bremen im Norden Deutschlands zu sehen.

Édouard Manet und seine Bilder sind auch heute noch berühmt. Denn seine besondere Art zu malen war zu Manets Zeit ganz neu, erklärt Hartwig Dingfelder. Der Kunstexperte arbeitet in der Kunsthalle Bremen. Dort ist die Ausstellung über den Maler.

Édouard Manet malte mit dicken, schnellen Strichen und der Hintergrund war oft eher einfarbig. Ihm kam es darauf an zu zeigen, was er über die Dinge oder Menschen dachte, die er malte. Zuvor versuchten die Künstler, ihre Bilder genau so zu malen, wie die Motive auch in Echt aussehen.

Der Künstler Manet lebte in der Stadt Paris in Frankreich. Er interessierte sich auch für Spanien und Japan. Mal malte Manet das bunte Treiben in einem Park in Paris, dann einen spanischen Sänger. Dann zeigen seine Bilder zum Beispiel Katzen, die ein bisschen wie japanische Comics aussehen.

Nicht alle Bilder kamen damals gut an. Sehr wichtig war eine Ausstellung, die „Salon de Paris“ hieß. Édouard Manet wollte unbedingt, dass seine Bilder dort gezeigt werden. Aber das klappte nicht immer. Das lag nicht daran, dass er nicht gut malen konnte. Manche seiner Motive passten nicht so richtig in die Ausstellung. Édouard Manet malte zum Beispiel auch nackte Frauen und Leute, die Alkohol trinken. Das fanden damals nicht alle Menschen gut.

Das erste Bild, mit dem Manet es in die wichtige Ausstellung in Paris schaffte, war „Der spanische Sänger“. Es ist auch in der Ausstellung in Bremen zu sehen. Was genau zeigt das Bild? Ein Mann sitzt mit seiner Gitarre auf einer Bank und singt. Er trägt einen schwarzen Hut und ein Tuch um die Stirn.

Wer sich mal mit einer Gitarre genau so hinsetzt, merkt sofort, dass mit dem Bild etwas nicht stimmt. Erst mal ist es ziemlich unbequem, das Bein so hochzuhalten. Außerdem hält der Sänger die Gitarre falsch herum. Der Kunstexperte Hartwig Dingfelder erklärt, warum das so ist: „Manet war es wichtiger zu zeigen, dass er Spanien klasse findet, anstatt einfach nur einen Musiker ganz genau nachzumalen.“ (dpa)

(dpa)