1. Karlo Clever

„Jim Knopf und die Wilde 13“: Lummerland aus Holz und Gips

„Jim Knopf und die Wilde 13“ : Lummerland aus Holz und Gips

Bis zum Kinostart dauert es noch. Gedreht wurde „Jim Knopf und die Wilde 13“ aber bereits. Für den Film hat Szenenbildner Matthias Müsse die winzige Insel Lummerland entworfen.

Eine Insel mit zwei Bergen, darauf fährt die Lok Emma mit Jim Knopf und dem Lokomotivführer Lukas. Diese Insel Lummerland gibt es nur in Büchern und Filmen! Für die Filme wurde ein Teil der Insel im Filmstudio in Babelsberg gebaut. Ausgedacht hat sich die Kulissen der Szenenbildner Matthias Müsse. Er erzählt Euch von seiner Arbeit.

Wie haben Sie das alles entworfen?

Matthias Müsse: Das Wichtigste war natürlich, die Romane von Jim Knopf im Kopf zu haben. Es sind ja die Fantasiewelten aus diesen Büchern, die ich in konkrete Bilder setzen muss. Zum Beispiel Lummerland: Die Insel muss so klein aussehen, dass man versteht, warum Lukas und Jim sich mit Emma auf die Reise machen. Deswegen sind die Berge hier voller Felsen und ganz steil. Da kann man nicht einfach noch ein Haus hinbauen. Trotzdem sollte die Insel groß genug wirken, dass man sich wohlfühlt.

Haben Sie sich an den Bildern aus den Büchern und anderen Jim-Knopf-Filmen orientiert?

Müsse: Natürlich habe ich im Blick, was für Bilder von der Geschichte schon bekannt sind. Die Emma aber hat im Buch nur zwei Achsen, wie ein Auto. Ich habe sie mit drei Achsen bauen lassen. Denn mit sechs Rädern sieht das mehr nach Lokomotive aus.

Woraus sind die Kulissen gemacht?

Müsse: Wir bauen ganz solide mit Holz. Viel wird auch mit Gips gearbeitet und mit einem geschäumten Material, das man formen kann. Für das echte Aussehen ist auch die Arbeit der Maler ganz wichtig. Die können die Dekorationen so anmalen, dass sie gebraucht aussehen, dass sie mit Moos bewachsen sind oder Dreck in den Fugen ist.

War es schwierig, eine Lokomotive zu entwerfen?

Müsse: Ich muss mich für jeden Film in ein besonderes Thema einarbeiten, hier die Lokomotive. Dafür recherchiere ich erst mal, gehe ins Museum, gucke mir viele Bilder und Filme mit Lokomotiven an. Und daraus versuche ich etwas zu kreieren, was für diese Geschichte gut passt.

Aber Emma sieht nicht wie eine normale Lok aus?

Müsse: Emma ist nicht nur eine Lok, sondern eine Figur in diesem Film. Da geht es darum, etwas zu finden, was die Lokomotive zu einem Charakter macht. Bei Emmas Kind Molly sieht man das besonders gut. Da haben wir eine ganz kleine Lokomotive gebaut, die ganz runde, knuffige Formen hat. Die Räder sind so eingestellt, dass sie wackelt und etwas unsicher durch die Welt läuft.

(dpa)