1. Karlo Clever

Karlo Clever: Linien werden lebendig

Karlo Clever : Linien werden lebendig

Häufig zeichnet Daniela Kohl für Kinderbücher. Nun sind ihre Illustrationen auch im Kino zu sehen, in „Mein Lotta-Leben: Alles Tschaka mit Alpaka!“ Davon erzählt sie uns im Interview.

Wie Lotta Petermann aussieht, wissen die Fans von „Mein Lotta-Leben“ schon lange. Es war ihnen auch schon klar, ehe es den ersten Kinofilm zu der Buch-Serie gab. Schließlich kommt Lotta in allen Büchern gezeichnet vor! Die Illustrationen stammen von Daniela Kohl. Auch am neuen Lotta-Kinofilm „Alles Taschaka mit Alpaka!“ hat sie mitgearbeitet. Die Autorin Doreen Garud hat sie dazu befragt.

Frau Kohl, ist es komisch, wenn eine Zeichnung von Ihnen im Film quasi echt wird?

Daniela Kohl: Es war auf jeden Fall unglaublich aufregend, als die Autorin Alice Pantermüller und ich beim ersten Lotta-Film die Auswahl der Castingfotos und -videos bekommen haben. Und geradezu unheimlich und sehr bewegend, wie nah die Figuren dann im Film an meiner Vorstellung sind, einer Mischung aus realer Figur und Strichzeichnung. Es war schon ein bisschen wie Gedankenlesen, wie da so eine stille schwarze Linie zu einem sich bewegendem, sprechendem Mensch aus Fleisch und Blut wurde.

Für einen Band von „Mein Lotta-Leben“ fertigen Sie etwa Tausend Zeichnungen an: Waren es für den Film genauso viele?

Kohl: Zum Glück nicht! Im Film kommen auch hauptsächlich nur schmückende oder ergänzende Verzierungen wie Sterne, Pfeile, Gewitterwolken, Herzchen und Emojis vor. Die ganzen illustrierten Personen, wie Lotta und Cheyenne, sind ja dann die Schauspieler. Viele der kleinen Illus vom Buch konnten auch für den Film direkt verwendet werden.

Müssen Sie für einen Film anders zeichnen als für ein Buch?

Kohl: Technisch nicht, aber sonst entwerfe ich ja für die Bücher die komplette Szene mit allen Personen, Sprechblasen, Gedanken und Umgebung. Im Film füge ich nur etwas zum fertigen Bild hinzu, zum Beispiel eine Gedankenblase von Lotta oder einen Pfeil mit erklärendem Text.

Durften Sie mitbestimmen, wie viele Zeichnungen in den Film kommen und wohin?

Kohl: Ich durfte Vorschläge anhand des Drehbuchs machen, was nicht ganz einfach ist, wenn man das Bild dazu noch nicht kennt. Ein paar Illus habe ich auch erst auf das fertige Filmbild gezeichnet, zum Beispiel einen Plan der Insel. Das letzte Wort haben natürlich die Regisseurin und die anderen Verantwortlichen.

Die Leinwand erscheint manchmal wie eine Tafel, auf die Lotta schreibt oder kritzelt. Wie wurde das denn technisch gemacht?

Kohl: Die Bewegung der Illustrationen hat ein Animation-Artist oder VFX-Artist übernommen auf der Grundlage meiner unbewegten Illus. Manchmal habe ich ein Anfangs- und ein Endbild gezeichnet, zum Beispiel das mähende Schaf neben den Lämmergirls.

Im Film ist alles so schön bunt. Bekommt der nächste „Mein Lotta-Leben“-Band vielleicht auch mal farbige Zeichnungen?

Kohl: Nein, das Anmalen würde viel zu lange dauern und die Lotta-Fans müssten noch länger auf den nächsten Band warten.

(dpa)