Schule vor 100 Jahren: Lernen mit Griffel und Schiefertafel

Schule vor 100 Jahren : Lernen mit Griffel und Schiefertafel

Wo gehen Kinder morgens hin? In die Grundschule! Das ist seit 100 Jahren so. Auch damals wurde Lesen, Schreiben und Rechnen gelernt. Zum Glück hat sich aber sehr viel verändert.

Karlo clever geht heute mit dir auf Klassenfahrt! Diesmal auf eine in die Vergangenheit: in eine Schule vor 100 Jahren. Damals wurde für alle Kinder in Deutschland die gemeinsame vierjährige Grundschule Pflicht. Stellen wir uns doch mal ein paar Kinder von damals vor: Sie heißen vielleicht Hans und Wilhelm oder Gertrud und Margarete. Im Jahr 1919 sitzen sie zum ersten Mal in der Schulbank. In verschiedenen Klassen natürlich! Denn Jungen und Mädchen wurden getrennt unterrichtet.

Dass mit den Schulbänken ist wichtig. Denn die Möbel im Klassenzimmer waren so gebaut, dass alle Kinder starr an ihrem Platz sitzen mussten. „Nur der Lehrer konnte sich bewegen“, erzählt ein Mitarbeiter des Leipziger Schulmuseums. Vor dem auch mal Angst zu haben, war normal. Denn der Lehrer hatte alle Macht.

Sprechen etwa war nur erlaubt, wenn man dazu aufgefordert wurde. Für die Antwort mussten Gertrud und Hans aufstehen und sich neben die Bank stellen. Und wehe, wenn jemand tuschelte. An guten Tagen gab es nur einen strengen Blick. Aber der Lehrer konnte auch zum Rohrstock greifen und ein Kind mit Schlägen bestrafen. Das ist zum Glück längst nicht mehr erlaubt.

Übrigens saßen damals in einer Klasse in der Stadt etwa 40 Kinder, also viel mehr als heute. In einer Dorfschule konnten es sogar noch mehr sein. Statt Papier und Stift lag in der ersten Klasse an jedem Platz eine Schiefertafel. Auf der wurden die Buchstaben mit einem Schiefergriffel geübt.

Schreiben, Lesen und Rechnen – diese Fächer waren für Jungen und Mädchen gleich. Das galt etwa auch für den Religionsunterricht, Turnen und Singen. Aber im Zeichnen zum Beispiel, da hatten die Jungen viel mehr Stunden als die Mädchen. Dafür mussten die Mädchen jede Woche vier Stunden Nähen lernen. Jetzt aber schnell zurück ins Jahr 2019. Da fängt die Schule im Sommer zum Glück nicht schon um sechs Uhr an, so wie damals.

(dpa)
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