1. Karlo Clever

Bademeister: Lebensretter am Beckenrand

Bademeister : Lebensretter am Beckenrand

Ein Bademeister oder eine Bademeisterin sorgen dafür, dass das Schwimmen, Springen und Planschen im Freibad sicher ist. Sie führen Aufsicht und kontrollieren die Qualität des Wassers.

„Platsch!“ Wasser spritzt auf und schlägt Wellen. Der Junge, der gerade vom Dreimeterbrett gesprungen ist, taucht auf. Er prustet, schüttelt sich und steigt aus dem Becken. Zum nächsten Sprung möchte er noch weiter nach oben. „Wann machst du den Fünfer auf?“, fragt er den Bademeister. Der gibt den Fünfmeterturm frei. Wieder platscht es, verbunden mit lautem Kreischen. In diese Klänge mischt sich der Geruch von Sonnenmilch, Pommes rot-weiß und frisch gemähtem Gras. Freibad-Glück!

Dass es im Familienbad Freier Grund in Neunkirchen im Bundesland Nordrhein-Westfalen so unbeschwert zugeht, liegt auch an dem Team um Bademeister Matthias Späth. Eine seiner wichtigsten Aufgaben ist die Aufsicht. Dabei achtet er besonders auf die Kinder, die ohne erwachsene Begleitperson im Schwimmbad unterwegs sind. Außerdem hat er die Jugendlichen im Blick. Die machen öfters Quatsch und manchmal auch zu viel davon. „Na, wollt ihr euch heute benehmen?“, fragt der Bademeister die Jungs, die gerade das Freibad betreten. „Na klar“, sagen sie. Am Tag zuvor waren sie nämlich herausgeflogen.

Der Bademeister braucht freie Sicht auf die Schwimmbecken. Deshalb hält er sich nah am Wasser auf. Mal hat er einen festen Standort, mal dreht er seine Runde. Er sieht und wird in seinem leuchtend roten Shirt auch gesehen. Wichtig ist, dass er für den Notfall gerüstet ist. Er muss bereit sein, schnell ins Wasser zu springen, um einen Badegast vor dem Ertrinken zu bewahren. Natürlich kann er gut schwimmen und tauchen. Dass er andere Menschen sicher aus dem Wasser retten kann, wird alle zwei Jahre überprüft.

 Kinder schwimmen in einem Freibad.
Kinder schwimmen in einem Freibad. Foto: dpa/Nicolas Armer

Der Bademeister heißt offiziell Fachangestellter für Bäderbetriebe. Die Ausbildung für diesen Beruf dauert drei Jahre. Dabei lernt man viel über die Qualität des Wassers. Diese wird regelmäßig kontrolliert. Matthias Späth nimmt dreimal täglich eine Wasserprobe. Dazu braucht er zwei Glasröhrchen. Mit einem Mess-Set prüft er dann, ob das Wasser so sauber ist, dass man es sogar trinken könnte.

Zum Desinfizieren des Wassers wird Chlor eingesetzt. Dieser Stoff gelangt über gut geschützte Leitungen ins Schwimmbecken. Außerdem wird das Wasser gefiltert. Am Beckenrand schwappt es über in eine Überlaufrinne. Von dort fließt es in große Behälter im Keller des Schwimmbads und wird nach der Reinigung zurück ins Becken gepumpt. Dreimal am Tag checkt der Bademeister diese Anlagen. Und einmal in der Woche durchpflügt ein Unterwasserstaubsauger das Schwimmbecken.

Auf eine Tafel schreibt Matthias Späth, wie warm das Wasser ist: „22 Grad.“. Er weiß, dass das die Badegäste interessiert. Gern nimmt er sich Zeit für ein Gespräch. Dazu gehört auch, dass er hilft, wenn ein Kind ein Schwimmabzeichen erwerben möchte. Er sagt: „Schwimmen lernen ist überlebenswichtig. Es macht Spaß und ist gesund.“

(dpa)