1. Karlo Clever

So geht Joggen: Laufen wie eine Gazelle

So geht Joggen : Laufen wie eine Gazelle

Erst die Ferse? Oder erst die Zehen? Die Meinungen, wie Joggen am besten funktioniert, gehen auseinander. Ein Wissenschaftler und eine Laufexpertin erklären die Unterschiede.

Sportsachen und Schuhe an, raus aus dem Haus und schon kann man loslaufen. Joggen ist überall möglich und eigentlich total einfach. Doch schaut man sich genauer an, wie die Leute laufen, merkt man: Da gibt es Unterschiede!

Die meisten Menschen treten zuerst mit dem hinteren Teil ihres Fußes auf, also mit der Ferse. Dann rollen sie über den ganzen Fuß und stoßen sich über die Zehen ab. Das nennt man Fersenlauf. Andere berühren zuerst mit dem Mittelfuß den Boden. Und manche beginnen gleich mit dem Vorfuß, also den Zehen.

Der Wissenschaftler Uwe Kersting sagt, dass es dabei kein richtig und falsch gibt. „Man kann nicht sagen: Alle müssen es so machen.“ Jeder Mensch müsse für sich selbst rausfinden, welchen Laufstil er am besten finde. „Jeder ist unterschiedlich“, sagt er.

Allerdings hätten zahlreiche Läufer, die mit der Ferse zuerst aufsetzen, Probleme mit den Schienbeinen. Das hänge wahrscheinlich damit zusammen, dass sie Laufschuhe tragen. Damit setzt man mehr auf der Ferse auf. Aus Studien weiß die Wissenschaft: Eine Änderung des Laufstils führt in vielen Fällen dazu, dass die Schmerzen weniger werden oder weggehen.

Doch sollten jetzt nicht alle ihren Laufstil ändern, sagt Herr Kersting. „Wenn jetzt alle auf dem Vorfuß laufen, dann gäbe es wahrscheinlich andere Belastungserscheinungen.“ Dann täte vielleicht die Achillessehne weh oder das Sprunggelenk.

Die Lauftrainerin Larissa Kleinmann ist ein Fan des Mittelfußlaufs. Sie erklärt, warum sie den Fersenlauf nicht so sinnvoll findet: Um mit der Ferse zuerst aufzutreten, muss man zum Beispiel die Beine nach vorn ausstrecken. Das bremse aber eher aus, sagt sie. „Darum sollte man über den Mittelfuß laufen“, sagt sie. „Das schont die Gelenke, spart Energie und lässt uns viel schneller rennen.“ Allerdings könne man einen Laufstil nur langsam ändern. Die Muskeln und Bänder müssen sich langsam daran gewöhnen.

Beim Mittelfußlauf berührt die Mitte des Fußes den Boden zuerst. Der Fuß zeigt dann nicht mit der Spitze nach oben, sondern befindet sich gerade über dem Boden. Damit das überhaupt möglich ist, muss man kleinere Schritte machen. Der Fuß berührt den Boden nicht vor dem Körper, sondern unter dem Körper. Neigt sich dann der Körper noch schräg nach vorn, werden die Schritte immer schneller.

„Wenn ich mich auf diese Weise vom Boden abstoße, springe ich eher vorwärts, als dass ich laufe“, erklärt Larissa Kleinmann. Sie vergleicht diese Art zu Laufen auch mit der von Gazellen. Die Tiere sind für ihre tollen Luftsprünge bekannt. Die Fachfrau sagt: „Mit der richtigen Technik verbringe ich beim Laufen mehr Zeit in der Luft als auf der Erde.“

(dpa)