1. Karlo Clever

Die Redekunst trainieren: Lasst uns reden – aber richtig!

Die Redekunst trainieren : Lasst uns reden – aber richtig!

Vorträge in der Schule, Gespräche in der Klasse oder ein Streit mit den Eltern: In solchen Situationen gute Worte zu wählen, kann helfen. Wie das geht, weiß Sebastian Foltan.

Rhetorik: So nennt man die Fertigkeit, sich gut mit Worten auszudrücken. Redekunst kann man auch sagen. Sebastian Foltan trainiert diese Kunst in einem Club. Den dpa-Nachrichten für Kinder erklärt er, worauf es dabei ankommt.

Herr Foltan, in Ihrem Club halten die Mitglieder voreinander Reden. Warum machen Sie das?

Sebastian Foltan: Je besser ich mich ausdrücken kann und je besser ich verstanden werde, umso weiter komme ich in meinem Leben. Und am besten lernt man das durch Üben. Wobei wir nicht nur das Reden trainieren, sondern auch das Zuhören.

Ist Zuhören denn so schwer?

Foltan: Auf jeden Fall schwerer als man denkt. In unserem Club geben wir nach jeder Rede eine Rückmeldung, also wir sagen dem Redner, was besonders gut an seiner Rede war und was er noch verbessern kann. Am Anfang wusste ich oft nicht, was ich da sagen soll. Das hat daran gelegen, dass ich nicht genau zugehört habe. Oft hören wir aber auch nicht zu, weil wir eine Meinung nicht hören wollen. Und das ist ziemlich dumm.

Warum?

Foltan: Weil die Diskussion, also der Widerstreit zwischen verschiedenen Meinungen, meist zu einem besseren Ergebnis führt. Leider aber ist es häufig so, dass schnell eine Gruppenmeinung gebildet wird und gar nicht alle Meinungen gehört werden.

Schreiben Sie Ihre Reden vorher auf?

Foltan: Ja, aber es ist besser, frei zu reden. Und das kann man üben. Ein guter Trick ist, sich mit einem Diktiergerät aufzunehmen und die Rede ein paar Mal zu wiederholen.

Wenn man vor anderen reden soll, ist man oft aufgeregt. Haben Sie einen guten Tipp dagegen?

Foltan: Ja: die Einstellung dazu ändern. Es ist normal, aufgeregt zu sein. Das ist nicht schlimm. Ich bin es auch immer, wenn ich da vorne stehe. Mein Mentor hat mir geraten, daran zu denken, dass mein Herzklopfen den Applaus vorwegnimmt, der danach kommt. Das hilft.

Aber oft gibt es doch auch Kritik.

Foltan: Das ist doch gut, denn das kann mich weiterbringen. Genauso wichtig ist es aber, sich auch positive Rückmeldung zu geben. Auch das üben wir in unserer Rednergruppe.

Wissen Sie, was man tun kann, wenn einem die Stimme zittert?

Foltan: Eine Stimmtrainerin hat uns für diesen Fall geraten, das Wort „Brot“ auszusprechen. Dieses Wort entspannt die Stimmbänder.