1. Karlo Clever

Leipzig: Lange laufen macht ihn glücklich

Leipzig : Lange laufen macht ihn glücklich

Ein Marathon ist ein sehr langer Lauf, exakt 42,195 Kilometer lang. Tim Schwippel reicht das noch nicht. Er rennt bis zu 100 Kilometern. Das nennt sich Ultramarathon. Dafür ist viel Training nötig.

Krass, 100 Kilometer rennen! Das sind auf dem Sportplatz 250 Runden. Tim Schwippel ist diese Strecke schon einmal am Stück gerannt. Er ist 27 Jahre alt und schaffte die 100 Kilometer im April bei einem Wettbewerb. „Das war auch mit Abstand der längste Lauf. Aber es hat mich auch gereizt, mal was Neues zu machen“, sagt der Sportler.

Für seinen 100-Kilometer-Lauf brauchte Tim Schwippel etwa sieben Stunden. Dabei ist er natürlich nicht einfach so in den Ultramarathon gestartet. Vorher hat er sich gut vorbereitet. Das ist wichtig! Denn zu langes und zu schnelles Rennen kann zu Verletzungen führen, wie der Sportexperte Ulrich Hartmann von der Universität Leipzig erklärt. Er rät: „Mit kürzeren Strecken wie ein Kilometer, drei Kilometer oder fünf Kilometer fängt man an. Wenn das angenehm ist und man sich dabei wohlfühlt, kann man die Strecke langsam ausdehnen.“

Statt Football beim Crosslauf

So ähnlich war das auch bei Tim Schwippel. „Ich habe alles Mögliche ausprobiert. Ich habe auch mal Tennis und Volleyball gespielt“, erzählt er. Zum Laufsport kam er, weil er sich mal verlaufen hatte. „Ich war in Amerika für ein Auslandsjahr. Das war in der 10. Klasse. Ich wollte eigentlich Football spielen. Ich bin dann in den falschen Umkleideraum gegangen. Auf einmal war ich beim Crosslauf“, sagt er. Beim Crosslauf rennt man zum Beispiel fünf Kilometer durch den Wald abseits von Wegen. Irgendwann wurden Tim Schwippels Strecken immer länger. Das macht ihm Spaß, ist aber auch sehr anstrengend.

„Man kann den 100-Kilometer-Lauf in drei Phasen unterteilen. Die erste Phase macht Spaß und ist noch angenehm. Dabei kann man sich unterhalten“, erklärt er. Dabei esse und trinke er auch noch was. „Die zweite Phase ist sehr anstrengend. Da hinterfragt man auch, warum man das macht. Und warum es noch nicht vorbei ist“, sagt er. „In der letzten Phase kommt der Wille zurück. Man will nur noch schnell ins Ziel kommen.“

Vergnügen am Sport ist wichtig. Das findet auch Sportexperte Ulrich Hartmann: „Wenn es keinen Spaß macht, dann sollte man es nicht machen. Man sollte sich nicht quälen.“ In der zweiten Phase kann es aber passieren, dass Tim Schwippel schlechte Laune bekommt und seine Beine zu schmerzen beginnen. Warum tut er sich dann so etwas an? „Wenn man es geschafft hat, dann ist man stolz und zufrieden“, sagt der Sportler. Das sei ähnlich wie in der Schule: „Wenn man für eine Klassenarbeit lernt, dann macht das Lernen vielleicht auch nicht so viel Spaß. Aber wenn man dann eine gute Note bekommt, dann freut man sich“, sagt er. Am Ende überwiegen bei ihm also die Freude und das Glück.

(dpa)