1. Karlo Clever

„Keltenwelt“: Kelte mit komischem Kopfschmuck

„Keltenwelt“ : Kelte mit komischem Kopfschmuck

Was wir über die Menschen der Eisenzeit wissen, erzählen uns Fundstücke wie Gefäße, Waffen oder Werkzeuge. Zu entdecken gibt es sie auch in der „Keltenwelt“ bei Glauberg in Hessen.

Asterix und Obelix essen oft Wildschwein. In Wirklichkeit gab es das bei den Kelten selten. Da bringen uns die Comics und Filme etwas von der Fährte ab. Dennoch erzählen sie viel Wahres über die Menschen der Eisenzeit. Die Wissenschaft hat eine Menge vor allem mit Hilfe von Fundstücken herausbekommen. Das sind etwa Gefäße aus Ton, Waffen und Werkzeug aus Eisen, Schmuck, Skelette, Münzen und Zeichnungen. Es gibt aber auch schriftliche Quellen über die Kelten, etwa die Bücher über den „Gallischen Krieg“ des römischen Herrschers Julius Cäsar.

Echte Könner beim Schmieden

Die Kelten waren echte Könner beim Schmieden von Eisen oder Gold. Sie schufen kunstvolle Schmuckstücke mit besonderen Verzierungen. Ihre Werkzeuge sahen nicht viel anders aus als ein heutiger Hammer oder Meißel. Die Kelten erfanden auch neue Arbeitstechniken, zum Beispiel das Mähen mit einer Sense. „Schlüssellochblick“ nennt Thomas Lessig-Weller den Versuch, das Leben der Kelten zu verstehen. Er arbeitet im Museum „Keltenwelt am Glauberg“ im Bundesland Hessen.

Dort ist zu sehen, was die Archäologen in der Umgebung ausgegraben haben. Gefunden wurden die Gräber von drei Kriegern der keltischen Oberschicht und die Statue des „Keltenfürsten vom Glauberg“. Dieses Standbild aus Sandstein ist die Attraktion des Museums. Es zeigt einen Mann mit einem gepanzerten Oberteil, einem Schild, einem Halsreif und einer Kappe in Blätterform. Vor allem der seltsame Kopfschmuck macht die Figur zum Hingucker. Möglicherweise wurde dieser Herr wie ein Heiliger verehrt.

Rätselhaft ist, dass er keine Füße hat. Vielleicht stand die Statue auf einem Podest und wurde umgestoßen. Beim Erforschen der Kelten sind es immer nur Bruchstücke, aus denen mit der Zeit ein Mosaik entsteht. Je mehr in der Erde aufgespürt wird, desto klarer wird das Bild. „Unsere Geschichte liegt im Boden“, sagt Thomas Lessig-Weller.

Allerdings zerstört eine Ausgrabung so eine Fundstelle. Deshalb ist es wichtig, dass alle Funde fotografiert und beschrieben werden. Den Grabhügel am Glauberg haben die Forscher nachgebaut. Auch die „Prozessionsstraße“ mit ihren Pfählen ist ein Nachbau. Möglicherweise stellt sie den Weg der bestatteten Fürsten in das Totenreich dar.

Kinder können im Museumsgarten selbst zu Keltenforschern werden. Wer will, kann alte Handwerkstechniken ausprobieren. Die Figuren, die zum Mitmachen einladen, könnten übrigens Verwandte von Asterix und Obelix sein.

(dpa)