Katja Brandis im Interview: „Leser schlagen mir Figuren vor“

Autorin Katja Brandis im Interview : „Leser schlagen mir Figuren vor“

Katja Brandis hat mehr als 30 Romane geschrieben wie „Woodwalkers“ und „Seawalkers“. Dazu bekommt sie Rückmeldungen von Fans. Wie das ist, erzählt sie im Interview.

Die Figuren in ihren Büchern sind oft Gestaltenwandler. Das heißt, sie können sich in ein Tier verwandeln, etwa in einen Tigerhai oder einen Berglöwen. Mit den Roman-Serien „Woodwalkers“ und „Seawalkers“ wurde die Autorin Katja Brandis bekannt. Ihr richtiger Name lautet Sylvia Englert. Am heutigen Dienstag Januar erscheint ihr neuer „Seawalkers“-Band „Rettung für Shari“. Und sie schreibt noch viel viel mehr Bücher. Daneben hat sie auch Zeit, mit ihren Fans zu reden und im Internet zu schreiben. Im Interview mit Antje Ehmann spricht sie darüber, wie viel Aufwand das bedeutet.

Frau Brandis, Sie sind oft auf Buchmessen. Freuen sie sich auf Ihre Fans?

Katja Brandis: „Ja klar, es ist lustig, wenn mich Fans am Arena-Stand erkennen und ich ihnen mit einem Autogramm eine Freude machen kann. Besonders freue ich mich, wenn ich während der Messe Fans, mit denen ich schon länger Kontakt habe, persönlich kennenlernen oder wiedertreffen kann. Zum Beispiel bei der letzten Messe Sabine, die Gründerin des Wood- und Seawalkers-Wiki.“

Wie halten Sie sonst noch Kontakt zu ihren Lesern?

Brandis: „Ich stelle regelmäßig News auf meine Homepage, um die Fans über neue Entwicklungen zu informieren, und veranstalte für sie Umfragen, Aktionen und Wettbewerbe. Auch über meinen Youtube-Kanal bleibe ich mit ihnen in Kontakt. Es ist nicht ganz leicht, die Zeit für die 10 bis 30 Leserbriefe und Kommentare zu finden, die pro Tag eintreffen, aber ich tue mein Bestes.“

Sie haben auch Praktikantinnen und Praktikanten. Warum denn?

Brandis: „Vor ungefähr siebzehn Jahren hat mich eine Mutter angeschrieben, die einen Praktikumsplatz für ihre schreibende Tochter suchte, und ich dachte „Hm, warum nicht?“ Seither finde ich es schön, ein paar Wochen im Jahr eine junge Kollegin beziehungsweise einen Kollegen im Haus zu haben.“

Hilft Ihnen das auch?

Brandis: „Jeder Praktikant und jede Praktikantin hat andere Interessen und Fähigkeiten, die für mich buchstäblich praktisch sind. Zum Beispiel hat mir eine, die sich für Bildbearbeitung interessiert, bei Cover-Designs geholfen. Eine andere hat ein neues Autorenfoto von mir aufgenommen und wieder eine andere mich zu Youtube gebracht. Dafür coache ich die Praktikanten und Praktikantinnen bei ihren Schreibprojekten und vermittle ihnen Autoren-Handwerkszeug.“

Nehmen sie auch Ideen von Leserinnen und Lesern auf?

Brandis: „Selten. Zum Beispiel habe ich in Seawalkers eine Pantherin namens Noemi eingebaut, die mir ein Mädchen namens Noemi vorgeschlagen hat. Deswegen habe ich sie natürlich in der Danksagung genannt. Wahrscheinlich schlagen mir deswegen täglich Leser Figuren vor oder bitten darum, dass ich ihren Namen in einem Buch verwende. Wenn ich das machen würde, hätte ich schon zwanzig neue Wandler-Schulklassen zusammen.“

(dpa)