1. Karlo Clever

Karlo Clever: Warum wird man abends müde?

Karlo Clever : Warum wird man abends müde?

Die meisten Menschen schlafen in der Nacht. Daran sind auch bestimmte Stoffe im Körper beteiligt: Sie sorgen für deine Müdigkeit, wenn es dunkel wird.

Du gähnst! Draußen ist es dunkel geworden. Und dir fallen die Augen schon fast von alleine zu. So zeigt dir dein Körper, dass es Zeit zum Schlafen ist. Jetzt unter die Bettdecke kuscheln, vielleicht noch eine Geschichte hören. Schon bist du eingeschlafen!

Aber woran liegt es eigentlich, dass wir Menschen fast immer am Abend müde werden? Könnte man nicht auch tagsüber schlafen und dafür in der Nacht wach und fit sein? Eher nicht so gut. Denn die Müdigkeit am Abend hat sehr viel mit Stoffen im Körper zu tun.

„Das Gehirn sondert bestimmte Botenstoffe ab“, sagt der Fachmann Hans-Günter Weeß. Diese Botenstoffe sorgen dafür, dass du dich müde fühlst und schlafen kannst. Der wichtigste dieser Stoffe für den Schlaf heißt Melatonin. Das Gehirn schüttet ihn vor allem aus, wenn es dunkel wird, also gegen Abend.

Am Morgen, wenn man geschlafen hat und es hell wird, hat der Körper die Botenstoffe, die müde machen, wieder abgebaut. Dafür schüttet das Gehirn andere Stoffe aus, die wach machen. „Dadurch kann man am Morgen wach in den Kindergarten oder in die Schule gehen“, sagt Hans-Günter Weeß. Das funktioniert jedenfalls dann gut, wenn man nicht zu früh aufstehen muss.

Am Abend geht es mit den müde machenden Botenstoffe dann wieder von vorne los. Man könnte auch von einer inneren Uhr sprechen. Die funktioniert ziemlich gut, solange man sie nicht stört. Aber nicht immer können Menschen danach leben: In Krankenhäusern ist es zum Beispiel wichtig, dass sich auch in der Nacht Schwestern oder Pfleger um die Patienten kümmern. Sie dürfen also nicht schlafen, sondern müssen im Dunkeln wach sein. Das nennt man auch Schichtdienst.

„Schichtdienst kann den Körper ziemlich durcheinanderbringen“, sagt Hans-Günter Weeß. Denn das Gehirn weiß irgendwann oft nicht mehr genau, wann eigentlich Zeit zum Schlafen ist. Das passiert etwa, wenn jemand manchmal abends ganz normal ins Bett geht, manchmal aber auch nachts arbeiten muss. „Viele Menschen im Schichtdienst leiden deshalb unter Schlafstörungen“, sagt Hans-Günter Weeß. Auch wenn sie über Tag schlafen, ist der Schlaf oft nicht so erholsam wie in der Nacht.

Deshalb ist es besser, auf den Körper zu hören: Also dann ins Bett zu gehen, wenn du müde bist. Am besten gehst du immer etwa zur gleichen Zeit schlafen, denn dann stellt sich dein Körper darauf ein. (dpa)

(dpa)