1. Karlo Clever

Cambridge: Ist Hartnäckigkeit babyleicht?

Cambridge : Ist Hartnäckigkeit babyleicht?

Wer sich anstrengt, wird belohnt. Das können schon kleine Kinder allein durch Zugucken lernen. Sie geben sich mehr Mühe, ein Ziel zu erreichen, wenn sie zuvor Erwachsene beobachtet haben. Das haben Forscher aus den USA herausgefunden.

Sie haben Experimente mit 13 bis 18 Monate alten Kindern gemacht. Erwachsene zu beobachten, sei aber nicht die beste oder einzige Möglichkeit, Hartnäckigkeit zu lernen, sagen die Forscher. Aber es zahle sich womöglich aus, wenn Kinder Erwachsenen dabei zusehen, wie sie ins Schwitzen kommen, vermuten die Wissenschaftler.

Die Experimente liefen so ab: Ein Erwachsener musste vor den Augen eines Kleinkindes eine Aufgabe bewältigen. Zum Beispiel ein Spielzeug aus einer Box holen oder eine kleine Kuh von einem Karabiner fummeln. In der einen Testgruppe — die der Hartnäckigen — probierten die Erwachsenen eine Weile herum und scheiterten auch, bevor sie schließlich zum Ziel kamen. In der zweiten Gruppe — die der Mühelosen — erreichten die Erwachsenen im gleichen Zeitraum drei Mal ohne jede Anstrengung das Ziel.

Dann bekamen die Kinder selbst einen Aufgabe: Sie sollten ein Musikspielzeug in Gang setzen. Das Spielzeug hatten einen Knopf, der allerdings nicht funktionierte, so dass die Kinder keinen Erfolg haben konnten. Es ging lediglich darum, zu testen, wie hartnäckig sie es probieren würden.

Das Ergebnis war eindeutig: Die Kinder, die zuvor Erwachsene beim Scheitern und erneuten Probieren beobachtet hatten, gaben sich mehr Mühe und drückten häufiger den Knopf. Am eifrigsten waren die Kinder, wenn die Erwachsenen mit den Kindern gesprochen hatten. Zum Beispiel: „Ah, schau mal, hier ist was drin. Hm, wie bekomme ich das da raus?“

Die Forscher sind sicher: Kinder verstehen, dass sich harte Arbeit auszahlt und sie nutzen diese Erkenntnis auch für sich selbst.

(red)