1. Karlo Clever

Taschengeld: Ins Sparschwein oder zum Kiosk

Taschengeld : Ins Sparschwein oder zum Kiosk

Süßigkeiten, Fußballbilder oder ein Trikot: Der zehn Jahre alte Paul aus Dortmund erzählt, was er von seinem Taschengeld kauft. Und warum seine Mutter findet, dass er mehr sparen soll.

Auf dem Küchentisch vor Paul steht ein Karton randvoll mit Fußballbildern. Diese hat der Zehnjährige aus Dortmund von seinem Taschengeld gekauft. Die Stadt liegt im Bundesland Nordrhein-Westfalen. „Wenn ich Taschengeld bekomme, gehe ich meistens direkt zum Kiosk und kaufe mir Fußballbilder oder eine gemischte Tüte“, sagt Paul. Seine Mutter findet, dass er sein Taschengeld besser einteilen sollte. „Ich spare eigentlich nichts vom Taschengeld“, erklärt der Junge.

Das ist auch völlig in Ordnung, findet Ursula Winklhofer. Sie forscht über das Leben von Kindern und Jugendlichen. „Beim Taschengeld sollen sich Eltern nicht dauernd einmischen“, sagt die Expertin. Kinder sollen sich selbst etwas Kleines leisten können. Damit sie lernen, sich das Geld einzuteilen und den Überblick zu behalten.

Paul hatte gerade Geburtstag und bekommt jetzt drei Euro pro Woche. Seine Eltern und er überlegen nun, ob er das Taschengeld weiter wöchentlich oder einmal im Monat zwölf Euro bekommen soll. Ursula Winklhofer empfiehlt, das Taschengeld bis zum zehnten Geburtstag wöchentlich und danach monatlich zu zahlen. „Das ist schon etwas anspruchsvoller. Aber ein Zehnjähriger kann sich schon überlegen, was er pro Woche ausgeben kann oder welche größeren Wünsche er sich erfüllen möchte“, sagt die Expertin.

Paul hat sich etwa vor Kurzem ein Fußballtrikot gekauft. „Dafür habe ich etwas von meinem Lego verkauft“, erzählt er. Zum Glück hatte er noch Geld, das er zum Zeugnis und Geburtstag bekommen hatte. „Auf etwas Großes zu sparen und es sich dann zu kaufen, kann ein schöner Erfolg sein“, sagt Ursula Winklhofer. Sie schlägt vor, dafür einen Plan zu machen und auszurechnen, wie viel Geld man in den nächsten Wochen oder Monaten sparen muss. Und wie viel dann noch für Kleinigkeiten übrig bleibt.

Aber was ist zu tun, wenn das Geld immer zu schnell weg ist? „Dann ist es hilfreich, noch einmal zu überlegen, wofür man es ausgegeben hat“, erklärt die Expertin. Vielleicht kann man gemeinsam mit den Eltern planen, wie man das Geld nächstes Mal anders einteilen kann.

Möglicherweise hilft dabei auch ein eigenes Konto. Paul hat ein Sparbuch für sein Zeugnis- und Geburtstagsgeld. „Das Sparbuch ist das Richtige, um Geldgeschenke zu sparen“, sagt auch die Fachfrau. Eine andere Möglichkeit ist ein Girokonto. „Das ist eher für die laufenden Einnahmen und Ausgaben geeignet. Wir empfehlen es ab etwa zwölf Jahren“, erklärt Ursula Winklhofer.

Bis dahin muss Paul noch etwas warten, genauso wie auf die nächste Erhöhung des Taschengelds. Die gibt es erst zum nächsten Geburtstag.

(dpa)