1. Karlo Clever

Entdeckungstour: In der Wiese ist was los

Entdeckungstour : In der Wiese ist was los

In einer Streuobstwiese leben Hunderte Insekten. Jeremia und Adrian haben sich getroffen, um sich die Bewohner genauer anzuschauen: Eine Entdeckungstour in eine ganz andere Welt.

Riesige Grashalme, bunte Blüten mit Nektar darin: Was für ein Paradies für klitzekleine Insekten! Jeremia und Adrian beugen sich tief ins Gras und schauen durch eine Lupe. Die Freunde haben sich heute auf einer Streuobstwiese zur Insekten-Safari getroffen.

Eine Streuobstwiese ist eine Wiese, auf der verstreut Obstbäume wachsen. Sie ist ein Paradies für alle Lebewesen, denn sie bietet nicht nur Nahrung durch Äpfel, Birnen, Kirschen oder Zwetschgen. Bienen und Hummeln lieben es zum Beispiel, wenn die Bäume blühen. Außerdem ist auch am Boden im Gras richtig was los.

„Oh hier, ich habe etwas gefunden!“, ruft Jeremia Adrian zu. Die beiden Dreizehnjährigen haben Einmachgläser, eine Lupe und einen Kescher dabei. Vorsichtig lässt Jeremia den Käfer in sein Glas laufen und macht den Deckel zu. „Das ist eine Feuerwanze“, weiß Adrian. Die beiden beobachten den rot-schwarz-gemusterten Käfer und setzen ihn dann wieder zurück. Da kommt eine Hummel angebrummt und setzt sich an eine gelbe Blüte. „Ist die schön flauschig“, findet Adrian.

In der Wiese gibt es „viel zu finden“

„Tausende Insekten leben in einer Streuobstwiese“, weiß Michaela Genthner. Die Expertin macht oft Entdeckertouren mit Kindern. „Da gibt es immer viel zu finden“, sagt sie. Die Wiese, auf der Jeremia und Adrian unterwegs sind, ist nicht gemäht. Fliegende Insekten schwirren von Blüte zu Blüte. „In ganz kurzgemähten Wiesen können Insekten nicht gut leben. Da finden sie kein Essen und haben keinen Schutz vor Tieren, die sie essen möchten“, sagt Michaela Genthner.

Die Wiesen-Bewohner zu finden, braucht Übung. Michaela Genthner hat einen Tipp: „Setzt euch einfach mal in die Wiese rein und lauscht. Hört ihr das Brummen und Summen? Dann öffnet die Augen und bleibt noch etwas sitzen. Je länger man schaut, je mehr sieht man.“

Auf der Suche nach Insekten sollte man natürlich auch nichts platttreten. „Bei hohem Gras hält man sich am besten am Rand auf“, rät Michaela Genthner. Und sie fügt hinzu: „Manche Blumen sind gefährdet, die gibt es nicht mehr so oft. Lassen wir sie stehen, hat der nächste auch noch etwas von ihnen.“ Insekten bringt man zurück an den Ort, wo man sie geholt hat. „Das ist schließlich wie die Heimat, dort möchten sie wohnen“, erklärt Michaela Genthner.

(dpa)