1. Karlo Clever

Igel-Auffangstation: Stachelige Mitbewohner für kurze Zeit

Auffangstation : Stachelige Mitbewohner für kurze Zeit

Ein Verein in Hamburg kümmert sich um zu kleine oder verletzte Igel. Das ist auch nötig. Denn die Tiere haben es in freier Natur inzwischen nicht leicht.

Der kleine Igel Uki reckt neugierig seine Schnauze in die Luft und schaut sich um. Vor ein paar Tagen lief er noch zwischen Büschen und Sträuchern herum. Doch nun lebt er bei Sigrun Goroncy und wird von ihr gepflegt. Denn Uki hatte sich verletzt und wäre alleine nicht gut zurechtgekommen. Eine Frau fand ihn und brachte ihn zu Frau Goroncy. Bis Uki wieder gesund ist, lebt er zusammen mit vielen anderen Igeln bei ihr.

Vor über 40 Jahren hat Sigrun Goroncy das „Komitee für Igelschutz“ in der Stadt Hamburg in Norddeutschland gegründet. Das ist ein Verein, der sich um Igel kümmert. Denn die Tiere brauchen manchmal Hilfe.

Eigentlich können Igel ganz gut auf sich selbst aufpassen. Manche der stacheligen Tiere finden aber zu wenig Futter. Für den Winter sind sie dann zu leicht. Sie würden in der Kälte wohl verhungern.

„Der Lebensraum der Igel wird zerstört, weil viele Straßen und Häuser gebaut werden. Deshalb sind auch unsere Gärten als Lebensraum für die Igel sehr wichtig“, erklärt Julian Heiermann. Er arbeitet beim Naturschutzbund Deutschland.

Doch auch in den Gärten haben es die Igel nicht leicht. „Die Menschen nehmen keine Rücksicht auf die Igel“, erklärt Sigrun Goroncy. Sie kehren zum Beispiel das Laub weg, das von den Bäumen fällt. „Dabei findet der Igel unter den Blättern viel Futter“, sagt die Igel-Schützerin.

Auf Futtersuche

Im Herbst müssen die Igel auf Futtersuche gehen, um sich ihren Winterspeck anzufressen. Den brauchen sie, um in der kalten Zeit zu überleben. Auf der Suche nach Futter kann den Tieren jedoch einiges passieren.

Die Igel können von Autos angefahren oder von anderen Tieren wie etwa Hunden verletzt werden. Kleine Igel können ihre Mutter verlieren oder nicht genug Futter finden. Wer so einen Igel findet, kann ihn zum Beispiel zum Tierarzt bringen. Oder Igel-Helfer wie Frau Goroncy anrufen und um Hilfe fragen.

Oft kann die Fachfrau mit einem guten Ratschlag weiterhelfen. Manchmal muss sie einen Igel aber bei sich aufnehmen und ihn pflegen, bis er wieder fit ist. Länger aber nicht! Denn es ist verboten, einen Igel einfach so in einem Haus zu halten. Sobald er gesund ist, soll er wieder in die freie Natur.

Vorher bekommt jeder Igel aber einen eigenen Namen. Im Moment wohnen auch Feilo, Iro, Bruno, Luri und Eno bei ihr. Und ständig kommt ein neuer stacheliger Mitbewohner dazu.

(dpa)