1. Karlo Clever

Sexuelle Belästigung: Gute und schlechte Berührungen

Sexuelle Belästigung : Gute und schlechte Berührungen

Manchmal sind bestimmte körperliche Kontakte nicht nur unangenehm, sie sind sogar verboten. Das Problem gibt es auch im Sport. Als junger Mensch darüber zu reden ist wichtig.

Menschen fassen sich an. Das ist meistens normal und kann in bestimmten Situation auch hilfreich sein: etwa im Training.

Es gibt aber auch Berührungen und Worte, die komisch sind, wehtun und falsch sind. Manche davon werden sexuelle Belästigung genannt oder Missbrauch. In dem Begriff steckt das Wort Sex. Denn es hat oft mit den Geschlechtsteilen zu tun: der Scheide oder dem Penis, aber auch mit dem Po oder dem Busen. Belästigungen sind wiederum Handlungen, die eine Person macht, aber die andere Person nicht will.

Sexuelle Belästigung im Sport kann zum Beispiel so aussehen: Ein Erwachsener fasst einem Mädchen an die Brust oder will zusehen, wie sich ein Kind oder Jugendlicher in der Umkleidekabine umzieht. Oder derjenige verlangt, selbst an bestimmten Stellen berührt zu werden.

„Jeder darf Nein sagen“

„Das ist nicht okay!“, sagt Gitta Axmann. Sie arbeitet an der Sporthochschule in der Stadt Köln und beschäftigt sich mit dem Thema sexuelle Belästigung im Sport. Sie klärt Mädchen und Jungen auf und erklärt, was man tun kann, wenn man belästigt wird. „Wenn jemand etwas erlebt, was gegen seinen Willen ist, dann darf das nicht sein“, sagt Frau Axmann. „Jeder darf Nein sagen und sich Hilfe holen!“

Sie rät außerdem, wegzugehen, wenn etwas geschieht, was sich falsch anfühlt. „Das muss man nicht aushalten, bis es vorbei ist“, sagt Gitta Axmann. Vor allem aber: „Es ist wichtig, dass man jemandem erzählt, was passiert ist.“ Das können die Eltern sein oder eine Lehrerin oder ein Lehrer oder jemand aus einer Beratungsstelle, die sich gut damit auskennen und helfen.

Auch einige bekannte Sportlerinnen und Sportler haben offen darüber gesprochen, was ihnen geschehen ist und wie schlimm das war. Darunter ist zum Beispiel die berühmte Turnerin Simone Biles. Mit ihren Berichten wollen sie und andere verhindern, dass solche Taten wieder geschehen.

Frau Axmann weiß noch mehr: Menschen, die sexuell belästigen, erzählen oft Lügen. Sie versuchen andere etwa mit Drohungen oder auch Versprechungen zu locken. Darauf sollte man sich auf keinen Fall einlassen, sagt die Expertin. Ganz wichtig sei außerdem, als Kind nicht zu denken, man habe etwas Falsches getan. „Nur die Person, die jemandem das antut, macht etwas falsch“, sagt Gitta Axmann.

Dabei ist es wichtig, auf die Unterschiede zu achten. Andere Menschen anzufassen, gehört im Sport dazu. Ein Trainer oder eine Trainerin möchte etwa einem Kind bei einer Übung helfen. „Das ist in Ordnung, wenn die Person erklärt, warum und wo sie einen anfasst und das Kind fragt, ob es das möchte.

(dpa)