1. Karlo Clever

„Schmerzen gehören zum Leben dazu“: Gut, dass es wehtut

„Schmerzen gehören zum Leben dazu“ : Gut, dass es wehtut

Mal sticht es, mal drückt es, mal brennt es. Schmerzen nehmen wir unterschiedlich wahr. Niemand möchte sie gern ständig spüren. Doch sie sind ein lebenswichtiges Warnsignal.

Autsch, in den Finger geschnitten! Aaah, den kleinen Zeh angestoßen! Und: Heiiiß! Die Zunge verbrannt. Wenn wir uns verletzen, dann tut das weh. Mal mehr, mal weniger stark, aber meistens sehr lästig. Dann verkrampfen zum Beispiel unsere Muskeln, wir verziehen das Gesicht und hoffen, es hört bald auf.

Doch: „Schmerzen gehören zum Leben dazu“, erklärt der Arzt Andreas Kopf. „Sie sind sogar überlebensnotwendig!“ Denn Schmerzen sind Warnsignale. „Wir müssen sie spüren, um Schlimmeres zu verhindern“, sagt der Arzt. Zum Beispiel, wenn wir uns gerade die Finger verbrennen: Der Schmerz sorgt dafür, dass wir die Finger wegziehen. Ohne dieses Gespür könnte die Haut noch stärker verletzt werden.

Aber wie nehmen wir die Schmerzen wahr? Unsere Haut, unsere Muskeln, Organe und Knochen sind mit Nerven versorgt. Die bündeln sich in unserem Rückenmark in der Wirbelsäule. Von dort aus sind sie mit unserem Gehirn verbunden.

„Die Nerven geben Informationen in Form von elektrischen Impulsen weiter“, erklärt Andreas Kopf. Zu diesen Informationen gehört etwa: Wie wir gerade stehen oder liegen, welche Muskeln wir anspannen, was wir sehen, hören, schmecken, riechen. Ob und welche Schmerzen wir spüren, zählt auch dazu. Zudem nehmen wir verschiedene Schmerzen wahr. „Wir können genau unterscheiden, ob wir etwa ein schnelles Stechen, ein dumpfes Drücken oder auch ein Brennen spüren“, sagt der Arzt.

Wir wissen, wie es ist, wenn wir Bauchweh haben, wenn Muskeln nach dem Sport wehtun. Nach einem stressigen Tag schmerzt manchmal der Kopf. Normalerweise sagt uns der Körper damit: Achte auf diese Stelle, schütze sie besser und schone dich.

Doch nicht immer ist es sinnvoll, Schmerzen zu spüren. Etwa dann, wenn man sich verletzt hat und die Wunde bereits behandelt ist. „Dann hat der Schmerz sozusagen seine Schuldigkeit getan“, sagt Andreas Kopf. „Danach ist es sinnlos, den Schmerz länger auszuhalten. Also gibt man Medikamente.“ Diese Schmerzmittel senden dann etwa Botenstoffe aus. Die wirken auf unsere Nerven oder unser Gehirn ein. Das führt dazu, dass unser Warnsystem im Körper gar nicht mehr oder weniger stark Alarm schlägt.

In der Regel sind Schmerzen also nützlich und wichtig für uns. Wenn sie aber lange anhalten, sollte man sie untersuchen lassen. „Jeden Tag Kopfweh oder Bauchschmerzen haben ist ungewöhnlich“, sagt Andreas Kopf. „Dann sollte man das auf jeden Fall von einem Arzt abklären lassen.“

(dpa)