1. Karlo Clever

Brustwarzen: Gleich und ungleich zugleich

Brustwarzen : Gleich und ungleich zugleich

Alle Menschen haben sie: Brustwarzen. Bei Frauen ist klar, warum sie da sind. Wenn sie ein Baby haben, können sie es stillen. Aber warum haben Männern auch welche?

Brustwarzen: Das sind diese zwei meist dunklen Hubbel links und rechts auf unserem Oberkörper. Vor allem jetzt im Sommer sieht man sie häufig, im Schwimmbad oder am See zum Beispiel.

Aber weißt du, warum wir Brustwarzen haben? Na klar, sagst du vielleicht: Brustwarzen sind dafür da, dass ein Baby daran saugen und so Muttermilch trinken kann. Stillen nennt man das auch. Männer können das allerdings nicht, Brustwarzen haben sie trotzdem.

Der Arzt Sven Schumann weiß warum. Er ist Experte für Anatomie, also für den Aufbau des menschlichen Körpers. Fangen wir von vorne an: Bei Kindern sehen Brustwarzen total ähnlich aus, egal ob Junge oder Mädchen. Auch vor der Geburt, im Bauch der Mutter! „Denn am Anfang ist die Entwicklung relativ identisch“ sagt Herr Schumann. Das Heranwachsen verläuft also zunächst gleich, egal welches Geschlecht.

Auch nach der Geburt sehen die Brustwarzen und der Aufbau im Körper bei der männlichen und der weiblichen Brust ähnlich aus. Auf jeder Seite befindet sich eine Brustdrüse. So eine Drüse besteht aus vielen, schmalen Gängen, die sich an der Brustwarze treffen. „Man kann sich das vorstellen wie einen Baum“, sagt der Experte. Die Brustwarze ist der Stamm und davon gehen ein paar kleine Äste ab.

In der Pubertät ändert sich das: Brüste und Brustwarzen entwickeln sich bei Jungen und Mädchen unterschiedlich. Das liegt an bestimmten Stoffen im Körper, das sind die Hormone. In weiblichen Körpern führen die etwa dazu, dass die Brüste größer werden. Die Brustdrüse mit ihren Gängen wächst und bildet sich weiter aus. Die Brüste bereiten sich darauf vor, irgendwann mal Muttermilch produzieren zu können.

„Wie bei einem Baum, der noch wächst, hat man schon ein paar Äste. Dann wenn er wirklich ausreift, bildet er Blätter, und dann kann da wirklich was passieren“, erklärt Herr Schumann. Bringt also eine Frau ein Kind auf die Welt, fängt diese perfekt vorbereitete Brustdrüse an, Muttermilch zu produzieren. Saugt ein Baby an der Brustwarze, kommt Muttermilch heraus.

Bei Jungs oder Männern bleibt die Brustdrüse unverändert. Weil keine weiblichen Hormone im Spiel sind, entwickelt sich da nichts weiter. Männliche Brüste können deswegen keine Milch produzieren. Ihre Brustwarzen haben also keine Funktion.

Aber wieso gibt es sie dann? Herr Schumann sagt: „Für den Mann hat es ja keinen Nachteil, eine Brustwarze zu haben“. Alles klar: Männliche Brustwarzen gibt es eigentlich nur, weil sie keine Probleme machen. Sie wieder verschwinden zu lassen, wäre dagegen ein riesiger Aufwand in der Entwicklung.

(dpa)