1. Karlo Clever

Tauben als Haustiere: Futter hinstellen, Eier austauschen

Tauben als Haustiere : Futter hinstellen, Eier austauschen

Tauben haben einen schlechten Ruf. Einige Leute nennen sie „Ratten der Lüfte“. Dabei stimmen viele Gerüchte gar nicht. Die Schülerin Johanna kennt sich gut mit den Vögeln aus.

Einige Kinder kümmern sich um Meerschweinchen zu Hause. Andere pflegen ein Pferd in einem Stall. Die zwölf Jahre alte Johanna hingegen betreut Tauben. In der Stadt Berlin hilft Johanna dabei, ein Taubenhaus zu pflegen.

Die Tauben wohnen in zwei umgebauten Bauwagen in der Nähe eines Bahnhofs. Johanna hat gemerkt: So ein Taubenschlag macht richtig Arbeit. „Man muss die Bauwagen sauber machen, neues Futter hinstellen und das Wasser auswechseln“, zählt Johanna auf.

Die Wasserbehälter müssen auch gut gereinigt werden. Denn über sie können kranke Tauben andere Tauben anstecken. Das weiß Johanna von der Tiermedizinerin Almut Malone, die für die Taubenschläge zuständig ist. „Wir haben hier viele Tauben mit Trichomonaden“, sagt Frau Malone. Das ist eine Erkrankung, die bei Tauben etwa dazu führt, dass ihr Schnabel innen anschwillt. So können sie schlecht fressen und atmen. Vor allem junge Tauben sind davon betroffen.

Im Taubenschlag fängt Johanna mit einem Kescher die Tauben ein, die sehr mager sind oder sich kaum rühren. Frau Malone kann mit einem Blick in den Schnabel feststellen, ob die Taube krank ist. „Die kranken Vögel nehme ich erst einmal mit nach Hause“, sagt die Expertin. Dort hat sie ein großes Vogelhaus im Garten. Die schwachen Vögel werden von ihr behandelt und aufgepäppelt. „Wenn sie dann wieder fit sind, können sie zurück in den Taubenschlag“, sagt sie.

Eine Taube sitzt auf dem Sims eines betreuten Taubenschlags in einem Bauwagen. Foto: dpa/Karlotta Ehrenberg

Doch obwohl die meisten Tauben gesund sind: Viele Menschen ekeln sich vor den Vögeln. „Die denken, dass Tauben leicht Krankheiten übertragen“, sagt Johanna. „Von Frau Malone weiß ich aber, dass das gar nicht stimmt.“ Auch das Institut für Risikobewertung berichtet, dass Tauben keine Schädlinge sind. Sie übertragen genauso selten Krankheiten wie etwa Eichhörnchen, Spatzen und Enten.

Besonders blöd finden Leute die Tauben, wenn viele von ihnen an einem Ort herumfliegen und überall hinmachen. An Bahnhöfen zum Beispiel fällt ihr Kot auf. Frau Malone meint, dass die Taubenschläge dagegen helfen. Die Tiere fressen und brüten und kacken dann im Bauwagen – und eben nicht an Orten, an denen sie nicht erwünscht sind.

Im Bauwagen hilft Johanna auch, Taubeneier gegen Plastik-Eier auzutauschen. So gibt es weniger Tauben-Küken. Die echten Taubeneier werden an andere Tiere verfüttert. „Es gibt ja jetzt schon zu viele Tauben in der Stadt ohne richtiges Zuhause“, sagt Frau Malone. Die Expertin und Johanna helfen mit, dass nicht so viele, aber dafür gesunde Tauben in ihrer Stadt leben.

(dpa)