Winzige Bausteine: Forschen als spannendes Spiel

Winzige Bausteine : Forschen als spannendes Spiel

Weltweit wollen Forscher mehr wissen über die winzigsten Bausteine unseres Universums. Dafür brauchen sie spezielle Geräte. Um die zu bauen, helfen sich Wissenschaftler gegenseitig.

In dem seltsam geformten Metallkessel erkennt man allerlei Kabel und Platten. „Das ist unser neuer Test-Detektor“, erklärt Jen Raaf. Sie ist Wissenschaftlerin und hat das Gerät zusammen mit ihrer Kollegin Tanaz Mohayai gebaut.

Die beiden sind Physikerinnen. Mit der Physik wollen Forscher verstehen, wie genau unsere Welt funktioniert. Dabei versuchen sie zum Beispiel herauszufinden: Was sind die kleinsten Bausteine aus denen alles um uns aufgebaut ist und aus denen das Universum besteht. Um sie zu finden, benutzen Forscher Detektoren.

Aber was ist denn nun ein Detektor? Damit sind Geräte gemeint, die für das Auge unsichtbare winzige Teilchen aufspüren können. Denn die sind viel kleiner und bewegen sich viel schneller, als alles, was wir sehen können. Die speziellen Detektoren können extrem genau gucken und machen wie eine riesige Kamera Bilder von der Bewegung der Teilchen.

Nun möchten die Forscherinnen in einem Labor in den Vereinigten Staaten von Amerika einen neuen Detektor bauen. Sie wollen damit Teilchen untersuchen, die Neutrinos heißen. „In Europa wird gerade ein anderer Detektor erneuert“, erklärt Jen Raaf. „Dabei hatten sie Kamerateile übrig, die wir verwenden können.“

Im neuen Detektor werden diese Teile jedoch etwas anders verbaut sein. Darum haben Jen Raaf und Tanaz Mohayai erstmal den Test-Detektor gebaut. Um zu überprüfen, dass bei dem richtigen Gerät nichts kaputt geht. Auch dafür bekamen sie Hilfe von anderen Forschern.

Im Metallkessel stecken nun die gebrauchten Kamerateile aus der Schweiz. Kabel verbinden sie mit ihrem Computer. Somit kann auf einem Bildschirm beobachtet werden, wie sich die Teilchen innerhalb des Kessels verhalten. Damit haben die Forscherinnen ein weiteres Hilfsmittel, um den Neutrinos auf die Spur zu kommen. „Ich bin sehr glücklich in der Physik zu arbeiten“, sagt Jen Raaf. „Es ist oft wie spielen: All diese Experimente zu bauen, ist, wie ein Puzzle lösen!“

(dpa)
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