Pappe: Federleicht und trotzdem stabil

Pappe : Federleicht und trotzdem stabil

Pappe wiegt nicht viel und trägt trotzdem manchmal schwere Lasten oder schützt Lebensmittel als Verpackung. Doch wie funktioniert das? Und wie wird Pappe hergestellt?

Sie steckt in der Milchpackung, im Deckel vom Mathebuch, ja sogar in manchen Möbeln: Pappe! Dieses Material findet sich fast überall. Besonders häufig wird es gebraucht, um etwas zu verpacken. Schau dich einfach mal um. Du entdeckst bestimmt sofort etwas aus Pappe.

Doch wie wird die eigentlich hergestellt? Um das herauszufinden, haben wir uns eine Fabrik für Verpackungen im Bundesland Niedersachsen angeschaut.

Auf dem Hof sieht man als erstes dicke Stapel aus fest verschnürtem Papier. „Das hier ist alles benutztes Papier, das zum Beispiel in den Containern gesammelt wird“, erklärt Joachim Braunisch. Er arbeitet in der Fabrik. Denn Pappe wird in Deutschland vor allem aus recyceltem Papier hergestellt.

Dieses Altpapier wird in kleine Teile geschreddert, also zerfetzt. Allerdings landen in den Papiercontainern auch Dinge, die dort nicht hineingehören: „Hier haben wir schon alles Mögliche gefunden: Plastikreste, Kabel oder eine ganze Sammlung von Münzen“, erzählt Herr Braunisch. Das alles filtern Maschinen in der Fabrik heraus – bis nur noch reine Papierschnipsel übrig sind.

Diese Schnipsel werden nun zusammen mit Wasser und oft auch einer kleinen Menge Holzfasern zu einem dicken Brei vermischt. Der muss dann trocknen. Das geschieht auf Förderbändern in einer Art riesigem Ofen. Etwa 50 Meter ist der lang. Ungefähr eine halbe Stunde dauert es, bis der Brei wieder fest wird. Und das ist dann: Pappe!

Diese wird zu gigantischen Rollen gerollt. Eine davon kann so schwer sein wie acht Autos. In Rollen wird die Pappe erst mal gelagert. Denn noch ist sie sehr dünn und lässt sich leicht biegen.

Damit daraus stabile Kartons etwa für Flaschen entstehen, werden mehrere Pappschichten zusammengeklebt. Richtig stark wird Karton, wenn zwischen die Schichten eine gewellte Pappschicht geschoben wird.

Dazu lässt man die Pappe über eine gewellte Walze laufen. So bekommt sie selber eine wellige Form. Die gewellte Schicht wird dann zwischen die anderen Pappschichten geschoben. Fertig ist die Wellpappe. Eine Maschine schneidet sie nun in verschiedene Formen: etwa für Umzugskartons oder Verpackungen für Geräte.

So kann man mit leichtem Material auch Schweres sicher transportieren.

(dpa)
Mehr von Aachener Zeitung