1. Karlo Clever

Farben können Gefühle erzeugen

Farben können Gefühle erzeugen

Wir begegnen ihnen jeden Tag, fast überall. Wir sehen sie in unserem Kleiderschrank, in der Natur, im Supermarkt oder auch in der Werbung. Farben! „Sie spielen eine wichtige Rolle für uns Menschen“, erklärt der Fachmann Axel Venn.

Denn wir nehmen große Teile unserer Umwelt durch unsere Augen wahr — also über das, was wir sehen. Auch deshalb ist Farbe so wichtig. Sie hilft uns dabei, Dinge voneinander zu unterscheiden. Farbe verrät uns beispielsweise, ob eine Frucht reif ist oder nicht. Das war vor allem für unsere Vorfahren wichtig.

Dass wir Farben überhaupt wahrnehmen können, liegt an besonderen Zellen im Inneren unserer Augen. Fachleute nennen sie Zapfen. Man nennt sie auch Lichtsinnes-Zellen. Denn sie nehmen Licht wahr. Farben sind nichts anderes als Lichtstrahlen. Diese bewegen sich in unterschiedlich langen Wellen.

Die Zapfen reagieren auf bestimmte Lichtwellen, und zwar auf blaues, grünes oder rotes Licht. Dann leiten sie ein Signal an das Gehirn weiter. Dort werden die Informationen verarbeitet — und als Farben wahrgenommen.

Wenn wir Farben sehen, macht das etwas mit uns Menschen. Fachleute sagen auch: Farben lösen Gefühle in uns aus — meist unbewusst.

Wenn Menschen zum Beispiel blaue Farbe sehen, haben viele ein Gefühl von Sicherheit. Das nutzen auch Unternehmen aus. Banken, Versicherungen und auch Autohersteller verwenden die Farbe häufig für ihre Logos. Werden Leute nach ihrer Lieblingsfarbe gefragt, antworten viele mit Blau.

„Rot kann dagegen eine aggressive Farbe sein“, sagt der Farb-Experte. Sie steht für Blut, Gefahr oder Zorn — aber auch für Liebe. Fachleute sagen: Rot wühlt uns auf und regt uns an, Rosa wirkt eher beruhigend. In der Schweiz gibt es deshalb in einigen Gefängnissen rosa Zellen. Die Farbe soll dafür sorgen, dass sich die Häftlinge entspannen und weniger aggressiv sind.

Die Farbe Grün wird oft mit Natur verbunden. Sie kann aber auch für Neid stehen. Der Experte sagt: „In den USA wird die Farbe oft mit Reichtum verbunden. Denn wer Geld hat, kann sich einen großen Vorgarten, also viel Grün leisten.“

(dpa)