1. Karlo Clever

Bundestagswahl: Faire Wahl trotz Computertricks

Bundestagswahl : Faire Wahl trotz Computertricks

Im September wird eine neue Regierung gewählt. Was aber, wenn Leute versuchen, die Wahl zu beeinflussen? Ein Experte erklärt, welche Gefahren es gibt und welchen Schutz.

Ein Kampf soll fair sein. Das gilt für Wahlen genauso wie im Sport. Gerade kämpfen bei uns Politikerinnen und Politiker um Stimmen für die Bundestagswahl im September. Weil aber bei Wahlen in anderen Ländern schon fiese Tricks am Computer versucht wurden, fragen sich manche: Kann das auch bei uns passieren? Lutz Prechelt ist Experte für die Sicherheit von Computern. Der Informatiker erklärt: Man kann Versuche, mit Hilfe des Computers zu beeinflussen, in zwei Arten unterteilen. Die eine soll die Meinung der Wählerinnen und Wähler verändern, etwa mit gezielten Lügen.

Falschnachrichten erkennen

Solche Falschnachrichten über Politikerinnen und Politiker werden vor allem über Soziale Netzwerke verbreitet. Oft sind die nicht leicht als Lügen zu erkennen. Außerdem erklärt Herr Prechelt: „Wenn eine falsche Aussage erst mal in der Welt ist, ist es wahnsinnig schwierig, die wieder auszuräumen.“ Das heißt, selbst falsche Nachrichten können bei Menschen im Kopf hängenbleiben.

Die zweite Art sind Angriffe, die auf Geräte wie Computer oder Handys zielen. Bei so einem Hacker-Angriff könnten Kriminelle etwa die Webseite eines Politikers kapern. Dann tun sie so, als wären sie der Politiker und posten Dinge, die ihn schlecht dastehen lassen. Der Experte bezweifelt aber, dass solche Aktionen großen Einfluss auf die Wahl haben könnten. „Am nächsten Tag spricht sich dann rum: Da wurde der Account gehackt, das war jemand Fremdes.“ Das würde also schnell bemerkt werden. Vielleicht fragst du dich jetzt: Könnte es nicht passieren, dass jemand am Wahltag ein Computersystem angreift und einfach das richtige Wahlergebnis durch falsche Zahlen ersetzt?

Das geht zum Glück nicht einfach so, beruhigt der Experte. Die Bundestagswahl findet ja nicht am Computer statt. Die Erwachsenen kreuzen mit einem Stift auf dem Wahlzettel an, wen sie wählen. Gezählt werden die Stimmen auch von Menschen. Die Ergebnisse aus einzelnen Gemeinden werden oft am Telefon weitergegeben.

Nur wenn Ergebnisse über Computer verschickt werden, könnte also versucht werden, dort etwas zu verfälschen. Aber selbst, wenn das jemand schaffen würde, würden die Unstimmigkeiten schnell auffallen, meint der Experte. Dann würden die Ergebnisse sofort überprüft.

Er ist sich deshalb sicher: Die Wahl selbst kann durch solche Hacker-Angriffe kaum beeinflusst werden. „Es kann Unruhe geben, Verwirrung und Ärger. Aber am Schluss kriegen wir das richtige Wahlergebnis raus.“

(dpa)