Düsseldorf: Eon schreibt ab: Was heißt das?

Düsseldorf: Eon schreibt ab: Was heißt das?

Hin und wieder gibt es in der Welt der Firmen komische Begriffe. Zum Beispiel den hier: abschreiben. Schummeln die Unternehmer etwa? Und seit wann schreiben sie Klassenarbeiten?

Nein, wenn Konzernchefs vom Abschreiben reden, meinen sie etwas Anderes: Sie sprechen über Dinge, die nicht mehr so viel wert sind wie vorher. Für die Firma ist das oft schlecht. Eine Abschreibung kann sie viel Geld kosten. So ging es am Mittwoch einem großen Unternehmen in Deutschland. Gemeint ist die Firma Eon, die Strom herstellt. Dort mussten die Bosse solche Abschreibungen machen: Für alte Kraftwerke, mit denen sie früher viel Geld verdient haben. Die Kraftwerke dürfen sie wegen der Energiewende aber nicht mehr betreiben. Sie sind für das Unternehmen ein Verlust.

Was das genau bedeutet, lässt sich an einem Beispiel mit Pferden erklären. Stell dir einfach mal vor, es gibt Fohlen. Deren Eltern sind berühmte Rennpferde. Solche jungen Pferde werden oft sehr teuer verkauft. Aber was ist, wenn die Fohlen nicht so schnell laufen wie erwartet? Dann sind sie plötzlich nicht mehr so viel wert wie vorher.

So ähnlich kann es Firmen gehen. Manchmal kaufen sie eine andere Firma oder sie gründen selbst eine neue. Die Bosse sind total überzeugt, dass das neue Unternehmen super Produkte herstellt. Damit wollen sie viel Geld verdienen. Doch nicht immer erfüllen sich die Erwartungen — so wie bei den Fohlen. Dann ist die neue Firma nicht mehr so viel wert wie früher. Die Werte schreiben Fachleute der Firma regelmäßig in bestimmte Bücher. Bei einer Abschreibung wird der Wert niedriger. Manche Abschreibungen sind so heftig, dass die Chefs der neuen Firma gar nichts mehr zutrauen. So wie bei einem Pferd, das nie mehr schnell laufen kann. Die Firma wird geschlossen und Mitarbeiter verlieren ihren Job.

Andere Abschreibungen sind nicht so schlimm. Die Unternehmen haben sie eingeplant und sich darauf vorbereitet.

(red)