1. Karlo Clever

Karlo Clever: Einkaufen ohne Plastikmüll?

Karlo Clever : Einkaufen ohne Plastikmüll?

Das geht, sagt die Besitzerin eines besonderen Unverpackt-Ladens. Sie setzt auf Alternativen.

In Deutschland landen jedes Jahr viele Millionen Tonnen Verpackungen im Müll. Das schadet der Umwelt und es gab Forscherin Anja Minhorst zu denken. Deshalb machte sie einen Unverpackt-Laden in Münster auf, einer Stadt im Bundesland Nordrhein-Westfalen. Sie erklärt, wie man verpackungsfrei einkaufen kann.

Wie funktioniert ein Unverpackt-
Laden?

Anja Minhorst: Jeder hat Schraubgläser, Tupperdosen oder Beutel zu Hause. Diese Dinge kann man nutzen, um sich die Waren im Laden abzufüllen. Durch das Wiederverwenden muss nichts Neues an Verpackungen hergestellt werden. Es ist möglich, einen Wocheneinkauf im Unverpackt-Laden zu machen. Denn wir haben Brot, Milchprodukte, Getränke, Frischwaren wie Obst und Gemüse, Putzmittel und Körperpflege-Produkte.

Ist es denn hygienisch, wenn jeder Kunde sich selbst bedient?

Anja Minhorst: Trockenwaren wie Nudeln, Getreide oder Nüsse werden von uns in Spender gefüllt. Der Kunde hält sein Glas oder Beutel darunter und dreht eine Art Hahn. So kann er sich so viel Ware abfüllen, wie er möchte, ohne sie zu berühren. Beim Verkauf von Milchprodukten legt der Kunde das Gefäß oben auf die Theke und wir legen den Käse hinein - ohne das Gefäß zu berühren. Das ist übrigens auch in normalen Geschäften möglich.

Und wenn ich spontan vorbeikomme und kein Gefäß dabei habe?

Anja Minhorst: Dafür haben wir einen Korb mit Gefäßen, die Kunden nicht mehr brauchen und für andere Kunden abgegeben haben. Wir haben sie gründlich sauber gemacht und nun darf sie jeder für seinen Einkauf verwenden.

Wie bekommt der Verpackungsfrei-Laden seine Ware?

Anja Minhorst: Etwa 70 Prozent werden in starkem Papier oder Pappe geliefert. So wird schon mal Plastik vermieden. Waren wie Reis oder Nudeln bekommen wir in 25-Kilo-Säcken. Eine große Verpackung braucht weniger Material als viele kleine, die in der Regel auch noch von einer großen Verpackung zusammengehalten werden. Getränke werden in Pfandflaschen verkauft. Obst und Gemüse kommen lose in Plastikboxen, die aber vom Händler immer wieder verwendet werden.

(dpa)