Auf dem Güterbahnhof: Eine Sortiermaschine für Züge

Auf dem Güterbahnhof : Eine Sortiermaschine für Züge

Güterzüge rollen quer durch Europa und transportieren Holz, Autos oder gefährliche Stoffe. Damit alle richtig ankommen, braucht es spezielle Bahnhöfe. Einer davon ist in Köln.

An diesem Bahnhof ist vieles größer als normal. Er ist einen Kilometer breit und fünf Kilometer lang. Er hat 32 Gleise und mehr als 400 Weichen. Denn wir sind auf einem Rangierbahnhof. Rangieren bedeutet: an eine bestimmte Stelle bringen und ordnen. „Wir sind im Prinzip eine riesige Sortiermaschine“, sagt Ralf Koch und marschiert an einem der Gleise entlang. Sein Ziel ist ein kleiner Hügel, der Abdrückberg!

Ralf Koch arbeitet im Rangierbahnhof Köln-Gremberg, in Nordrhein-Westfalen. Der ist einer der größten Rangierbahnhöfe Deutschlands. Etwa 90 Güterzüge werden hier jeden Tag sortiert, neu zusammengestellt und dann wieder auf die Reise geschickt. Zum Beispiel in die Länder Polen, Frankreich, Italien oder Schweiz.

Ralf Koch ist auf dem Abdrückberg angekommen und geht in das Büro des sogenannten Bergmeisters. Der achtet darauf, dass die Güterwagen gleich sortiert werden, also auf dem richtigen Gleis landen. Zum Beispiel sollen die Wagen in Richtung Frankreich auf Gleis 5 landen. Die Wagen Richtung Italien müssen auf Gleis 12.

Ein Bergmeister sitzt in seinem Büro und achtet darauf, dass alle Wagen aufs richtige Gleis fahren. Foto: dpa/Stefanie Paul

Der Bergmeister schaut aus dem Fenster. Unten am Abdrückberg steht schon der nächste Zug bereit. Dessen Wagen wurden bereits abgehängt. Das bedeutet, die Kupplungen wurden getrennt, die Bremsen gelöst und die Ventile geschlossen. Nun hängen die Wagen nur noch lose aneinander.

Manchmal werden alle Wagen einzeln abgehängt, manchmal bleiben mehrere zusammen. „Das kommt immer darauf an, welches Ziel die Wagen haben“, erklärt Ralf Koch.

Auf dem Computerbildschirm des Bergmeisters leuchtet eine blaue Linie auf. „Das bedeutet, die Weichen sind gestellt“, sagt Ralf Koch. Es geht los: Eine Lok schiebt die Güterwagen langsam den Hügel hinauf. Der erste Wagen passiert den Gipfel und nimmt Fahrt auf. Da er von den anderen Wagen losgekoppelt ist, saust er auf der anderen Seite von allein den Berg hinunter. Dort landet er auf einem der Richtungsgleise.

Dann ist der nächste Wagen an der Reihe. Er düst hinunter und landet auf einem anderen Gleis. Dass die Wagen auf verschiedenen Gleisen landen, dafür sorgen Weichen an den Gleisen. Sie werden von einem Computer gesteuert.

Wenn alle Wagen auf dem richtigen Gleis stehen, werden sie wieder gekoppelt und kontrolliert. Nun fehlen nur noch die Frachtpapiere, die beschreiben, was im Wagen ist. Dann kann die Reise weitergehen. (dpa)

(dpa)
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