Wie geht das?: Eine Brücke im Takt bauen

Wie geht das? : Eine Brücke im Takt bauen

Mit ein paar Stückchen Holz lässt sich leicht eine kleine Brücke für die Sandburg am Strand basteln. Was aber, wenn eine Brücke kilometerweit hoch über ein Tal führen soll? Das ist komplizierter und braucht eine Menge Technik.

Wie das geht, haben Fachleute gerade im Bundesland Rheinland-Pfalz gezeigt. Dort wird eine neue Brücke über den Fluss Mosel gebaut. Wenn sie fertig ist, wird die Hochmoselbrücke eine der größten Brücken in unserem Land sein. Sie ist bis zu 160 Meter hoch. Das heißt, es würde sogar eine sehr hohe Kirche wie der Kölner Dom darunter passen. Und lang ist die Brücke auch: insgesamt 1700 Meter.

Zuerst wurden dafür die hohen Pfeiler aus Beton gebaut. Das sind zehn Stück. Darüber mussten nun die Teile gelegt werden, über die später Fahrzeuge rollen. Stück für Stück wurde die Brücke über die Pfeiler von einer Seite des Tals auf die andere geschoben. Diese Technik hat sogar einen besonderen Namen: Taktschiebe-Verfahren.

Und das geht so: Auf der einen Talseite wurden Brückenteile aus Stahl gebaut, miteinander verbunden und zum ersten Pfeiler geschoben. Dann wurde hinten das nächste Teil angesetzt, wieder geschoben – und nun ragte das erste Teil in Richtung des nächsten Pfeilers.

Dabei mussten die Brückenbauer auf etwas Wichtiges aufpassen: Die schweren Stahlteile durften sich nicht nach unten biegen, wenn sie immer weiter geschoben werden. Deshalb bauten die Fachleute auf den vorderen Teil der Brücke extra einen hohen Metallturm. Der hielt mit starken Stahlseilen das schwebende Teil gerade. 13 Mal wurde die Brücke so Stück für Stück verlängert.

Das Verschieben dauerte fünf Jahre! Aber vor einigen Monaten war es geschafft: Seitdem verbindet der Überbau aus Stahl die beiden Talseiten in den Regionen Hunsrück und Eifel.

Noch ist sie aber nicht ganz fertig. Arbeiter werden auf dem oberen Teil demnächst Asphalt aufbringen, Markierungen aufmalen und Schilder aufstellen. Im Herbst sollen dann die ersten Autos darüber fahren.