Die „Weiße Seerose“: Ein weißer Teppich auf dem See

Die „Weiße Seerose“ : Ein weißer Teppich auf dem See

Im Sommer blühen sie überall: Seerosen machen einen Teich noch schöner. Dabei ist das kein leichtes Lebensumfeld. Und warum gehen die Pflanzen eigentlich nicht unter?

Ein weißer Tupfen neben dem anderen: Wer von Weitem auf einen See blickt, erkennt im Sommer manchmal kaum das Wasser. Denn wenn dort Seerosen blühen, ist die Oberfläche oft von vielen hellen Blüten bedeckt. Kaum kommt die Sonne heraus, öffnen sich die Blüten und die großen, grünen Blätter glänzen.

Doch Seerosen sehen nicht nur toll aus. Sie können auch einiges, weiß der Experte Markus Radscheit. Die hübschen Pflanzen sind Überlebenskünstler. Das müssen sie auch sein, denn zum Leben haben sie sich keine einfache Umgebung ausgesucht.

Das Ganze fängt schon an der Wurzel an. Diese liegt tief unter der Wasseroberfläche. Der Untergrund ist häufig mit Schlamm bedeckt. Gar nicht so leicht, sich dort festzuhalten! Deshalb bildet die Seerose Rhizome. So nennt man den Spross, der die Pflanze wie eine Wurzel im Untergrund festhält. „Das kann man sich vorstellen wie den Anker von einem Schiff“, erklärt Markus Radscheit. Die Rhizome können mehrere Meter lang werden und so dick wie ein Arm.

Doch wie kann es sein, dass die Seerosen im Wasser nicht untergehen? Dafür ist unter anderem Luft in den Stielen und Blättern zuständig. „Würde man die Stiele durchschneiden, könnte man darin Luftkammern sehen“, sagt Markus Radscheit. Weil Luft leichter ist als Wasser, steigt sie auf. Dabei drückt sie die Blätter und Blüten der Seerose nach oben. Eine Art Wachs-Schicht auf den Blättern sorgt außerdem dafür, dass das Wasser an den Blättern abperlt.

Bei uns in Deutschland sieht man in der Natur meist weiße Seerosen. Doch es gibt noch andere Arten. In manchen Parks oder in Gewächshäusern blüht es deswegen nicht nur weiß, sondern sehr bunt.

Wer genauer hinschaut, kann zudem auf manchen Seerosenblättern Muster erkennen. Gärtner freuen sich darüber allerdings gar nicht. Denn Schuld daran sind die Raupen des Seerosenzünslers. Diese fressen Stücke aus den Blättern und bauen sich daraus einen Kokon, in dem sie sich verpuppen und zu Schmetterlingen werden.

Aber auch andere Tiere wie Schnecken oder Fische leben von den Seerosen. Um sich zu schützen, hat eine Seerosenart sogar Dornen unter den Blättern. Die sind richtig spitz. Markus Radscheit erklärt: „Das soll Fische davon abhalten, an den Seerosen herumzuknabbern.“

(dpa)
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