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Karlo Clever: Ein Tor, das strahlt

Karlo Clever : Ein Tor, das strahlt

Das Wahrzeichen in Berlin kennt fast jeder. Doch das Brandenburger Tor sah nicht immer aus wie heute. Denn es hat schon viel erlebt und mitgemacht. Manchmal wird es angeleuchtet.

Rund um das Brandenburger Tor in Berlin herrscht das ganze Jahr Trubel: Viele Touristen wollen das Bauwerk fotografieren oder hindurchgehen. Denn es ist ein berühmtes Wahrzeichen der deutschen Hauptstadt und ein Stück deutscher Geschichte. Auch Feste werden hier gefeiert und prominente Gäste besuchen das Denkmal.

Das Tor und seine Umgebung sahen aber nicht immer so aus wie heute. Als das Brandenburger Tor gebaut wurde, gab es Deutschland, wie wir es heute kennen, noch nicht. Der damalige König Friedrich Wilhelm II. hatte einem Architekten den Auftrag gegeben, ein neues Stadttor zu erbauen. Weil er das alte Griechenland so mochte, sollte es Säulen und eine Figur wie in der Antike haben.

Als der Architekt Carl Gotthard Langhans fertig war, war es das größte und prächtigste Tor in der Stadtmauer. Eingeweiht wurde es am 6. August 1791. Seinen Namen hat es von der Straße, die durch das Tor führte: in Richtung Brandenburg nämlich.

Als die Hauptstadt weiter wuchs, wurden die Stadtmauer und die meisten Tore abgerissen. Aber das Brandenburger Tor blieb stehen. Schon damals war es beliebt. Es wurde später auch das Symbol für das damals neu gegründete deutsche Kaiserreich.

Das Brandenburger Tor ist ein Ort, der an viele Ereignisse in der Geschichte erinnert. So feierte man hier etwa den Sieg über den französischen Herrscher Napoleon. Später zogen die Nationalsozialisten mit Fackeln durch das Tor, um ihre Herrschaft und Macht zu zeigen. Mit ihrem Anführer Adolf Hitler fingen sie später den Zweiten Weltkrieg an.

 In Berlin demonstrierten im Februar Menschen gegen den Krieg in der Ukraine. Dazu strahlte das Brandenburger Tor am 24. Februar 2022 in den Nationalfarben der Ukraine. Foto: Paul Zinken/dpa
In Berlin demonstrierten im Februar Menschen gegen den Krieg in der Ukraine. Dazu strahlte das Brandenburger Tor am 24. Februar 2022 in den Nationalfarben der Ukraine. Foto: Paul Zinken/dpa Foto: dpa/Paul Zinken

Nach dem Krieg erhielt das Brandenburger Tor noch eine neue Bedeutung: Damals wurde Deutschland in Ost und West geteilt. Das berühmte Tor stand genau an der Grenze, auf der Ostseite. Einige Jahre später wurde dort die Berliner Mauer gebaut. Das Brandenburger Tor wurde also zum Zeichen für die Teilung Deutschlands.

27 Jahre später veränderte sich das: Aus dem Zeichen für die Trennung wurde das Zeichen für die Wiedervereinigung: Denn als die Mauer 1989 fiel, jubelten viele Menschen am Brandenburger Tor. Diese Bilder gingen um die ganze Welt.

Weil das Tor aber nicht mehr so hübsch aussah, wurde es einige Jahre später renoviert. Vorher war es an vielen Stellen grau geworden oder beschädigt. Zwei Jahre lang war es während der Bauarbeiten verpackt. Das alles kostete viel Geld. Bezahlt hat das eine Stiftung. Als das Tor endlich fertig war, wurde es 2002 feierlich enthüllt. Das geschah bei einem großen Fest mit etwa einer Million Gäste am Tag der Deutschen Einheit. Dieses Fest ist nun genau 20 Jahre her.

(dpa)