1. Karlo Clever

Karlo Clever: Ein Mann spielt eine Frau

Karlo Clever : Ein Mann spielt eine Frau

Der Schauspieler Ades Zable spielt auf der Bühne oft die „Quatsch-Tante“ Edith. Dafür setzt er sich eine Perücke auf, schminkt sich und zieht sich ein Kleid an.

Wenn Ades Zabel in die Umkleidekabine eines Theaters geht, trägt er oft Hose und Pulli. Kommt er für seinen Auftritt heraus, sieht er aus wie eine Frau. Er hat sich ein Kleid angezogen, eine Perücke aufgesetzt und Lippenstift aufgetragen. Er wird zur „Quatsch-Tante“ Edith. Um zur Edith zu werden, muss Ades Zabel sich als erstes rasieren. Klar, Frauen haben ja selten einen Bart. Auch die Fingernägel lackiert er sich. Dann kommt die Schminke. „Edith braucht knallblauen Lidschatten und pinken Lippenstift“, sagt er.

Für den Busen nimmt er Luftballons, die steckt er in einen großen Büstenhalter. „Da ist Wasser drin“, erklärt Ades Zabel. „Damit sie sich schön mitbewegen.“ Dann klippt er sich noch Ohrringe an und setzt sich eine große Brille auf die Nase.

Auf der Bühne steht Edith oft zusammen mit Biggy und Jutta. Auch diese beiden Frauen-Figuren werden von Männern gespielt. Die drei kommentieren dabei die Welt um sie herum.Dabei übertreiben die Schauspieler: etwa mit der Art, wie sie sprechen, sich bewegen und das Gesicht verziehen.

Sie spielen also mit Klischees. Klischees sind Wesensarten, die als typisch gelten für bestimmte Personen. Die drei Schauspieler überlegen sich also, was die meisten über Frauen um die 50 denken. Und dann ahmen sie das spöttisch nach.

Von wem hat Ades Zabel sich das alles abgeguckt? „Vorbild für Edith waren meine Mutter und deren Freundinnen“, sagt er. Schwierig findet Ades Zabel diese Rolle als Frau nicht.

Privat sei er aber nicht so frech, verrät Ades Zabel. „So bin ich nur, wenn ich in Ediths Kleidern stecke. Edith ist also keine Frau, sondern ein Mann, der für eine Theater-Rolle eine Frau spielt.

Doch was passiert, wenn er mal pinkeln muss, während er als Edith verkleidet ist? Dann geht er aufs Damenklo. „In Ediths Fummeln falle ich im Männerklo doch viel mehr auf als auf der Damentoilette“, sagt er.

(dpa)