1. Karlo Clever

Oper „Die Zaubermelodika“: Ein lustiges Spektakel für Kinder

Oper „Die Zaubermelodika“ : Ein lustiges Spektakel für Kinder

Wer im Theater auf der Bühne steht, spricht Text. Wer auf einer Konzertbühne steht, singt Lieder. Und wenn jemand im Theater singt? Dann ist es wohl eine Oper.

Kinder und Erwachsene wirbeln und tanzen über die Bühne. Mal singen sie einzeln, mal im Chor. Dazu spielt ein ganzes Orchester mit Instrumenten. In der Oper „Die Zaubermelodika“ passiert richtig viel auf der Bühne und davor im Orchestergraben. Die neue Kinderoper wird gerade in der Hauptstadt Berlin aufgeführt.

Ausgedacht haben sich dieses Musiktheater-Stück zwei Leute: der Komponist Iiro Rantala und die Autorin Minna Lindgren. Beide stammen aus Finnland, das ganz im Norden von Europa liegt.

Einer für Text, einer für Musik

„Wir wollten vor allem eine lustige Oper machen“, sagt Minna Lind­gren. Sie hat den Operntext verfasst. Den nennt man Libretto. Darin steht, was die Sänger singen und was auf der Bühne passiert. Iiro Rantala dagegen ist Komponist, er hat sich die Musik ausgedacht.

Für die Geschichte der „Zaubermelodika“ haben die beiden zunächst Ideen gesammelt. Dafür haben sie sich Fragen gestellt, wie zum Beispiel: Wer soll der Held in dem Stück sein? Was für ein Abenteuer muss er bestehen? Und was für ein Zauberinstrument soll eine Rolle spielen?

Minna Lindgren hatte die Idee, dass es eine Melodica sein sollte, also ein Blasinstrument mit Tastatur. „Das fand ich gleich total witzig“, sagt Iiro Rantala, der das Instrument selbst als Kind gespielt hat. „Die Melodica klingt einfach schrecklich. Außerdem ist sie gemein, weil sie oft nicht richtig funktioniert.“

Aus den gemeinsam gesammelten Ideen entwickelte Minna Lindgren die Geschichte. Sie handelt davon, wer der neue König oder die neue Königin im Land werden soll. Mit dieser Geschichte gingen die beiden dann zu einem großen Opernhaus, der Komischen Oper in Berlin. Dort war man begeistert. Also ging die Arbeit los. „Wir haben Szene für Szene entwickelt“, erklärt Minna Lindgren.

Hatte sie einen Text für ein Gesangsstück geschrieben, dann komponierte Iiro Rantala die Musik dazu. Und zwar mit Improvisation. „Ich spiele einfach drauf los, auf dem Klavier, das ist mein In­strument“, sagt er. Das fertige Stück spielte er dann Minna Lindgren vor und sie diskutierten: Was soll noch geändert werden?

Eigene Noten für jedes Instrument

So ging es weiter, bis alle Szenen geschrieben waren. Schließlich machte sich Iiro Rantala daran, die Lieder zu orchestrieren. Bei diesem Teil der Arbeit bekommt jedes Instrument im Orchester seine eigenen Noten. Das nennt man Stimme. Alle Stimmen zusammen ergeben die Partitur.

Insgesamt brauchte es ein Jahr, bis Partitur und Libretto fertig waren. Dann war es im Oktober so weit: Die Oper wurde zum ersten Mal aufgeführt. Iiro Rantala und Minna Lindgren sind glücklich über das Ergebnis. Als sie von der Aufführung kommen, strahlen sie beide.

(dpa)