1. Karlo Clever

Dübel: Ein kleines Röhrchen hält Schweres fest

Dübel : Ein kleines Röhrchen hält Schweres fest

Das Regal, der Küchenschrank oder ein großer Spiegel: Sehen wir uns zu Hause um, hängen an den Wänden lauter schwere Dinge. Ein kleines Bauteil sorgt dafür, dass sie nicht herunterfallen: der Dübel in der Wand.

Meistens benutzten wir einen Dübel, der einen Schlitz hat und kleine Zähne. Das ist der Fischer-Spreiz-Dübel. Er trägt den Namen seines Erfinders Artur Fischer. Nun wird er 60 Jahre alt.

Im November 1958 hat Artur Fischer das kleine Bauteil zum Patent angemeldet. Das heißt: Der Staat bestätigt, dass dieser Mensch als erstes etwas erfunden hat. Andere Leute dürfen die Erfindung dann nicht einfach nachbauen.

Zwar gab es schon Dübel vor der Idee von Artur Fischer. Aber der neue Dübel war besonders, erzählt Ralph Burmester. Er arbeitet am Deutschen Museum in Bonn und weiß viel über den Erfinder.

Der neue Fischer-Dübel war zum Beispiel der erste aus dem Kunststoff Polyamid und damit besonders widerstandsfähig. Außerdem hat er eine spezielle Formung und ist so für die meisten Wände geeignet. Man kann ihn also für eher weiche, aber auch für sehr harte Wände verwenden.

Das Benutzen eines Dübels ist nicht schwer: Mit einer Bohrmaschine wird ein Loch in die Wand gebohrt. Für schwere Schränke braucht man dabei logischerweise größere Dübel als für leichte Regale. Dann wird der Dübel ins Bohrloch gesteckt und eine passende Schraube hinein gedreht. Dabei spreizen sich die zwei Dübelhälften auf und verzahnen sich mit der Wand. Der Dübel wird so praktisch gegen die Wand des Bohrlochs gepresst und die Schraube sitzt ganz fest, so dass man Dinge sicher an ihr aufhängen kann.

Natürlich seien auch vorher schon Gegenstände an Wände gehängt worden, erklärt Ralph Burmester. Allerdings sei das sehr mühsam gewesen. Mit Hammer und Meißel wurde erst ein Loch in die Wand geschlagen und darin mit einer Klebemasse ein Stück Holz befestigt. War die Masse dann hart geworden, wurde in das Holz die Schraube gedreht. „Das war wirklich sehr aufwendig und nicht einfach, denn dann musste alles auch erst einmal passen“, sagt Ralph Burmester. Der Dübel von Artur Fischer war da eine riesige Erleichterung!

(dpa)