1. Karlo Clever

Naturkatastrophe: Ein Jahr nach der Flut im Ahrtal

Naturkatastrophe : Ein Jahr nach der Flut im Ahrtal

Bei der schrecklichen Naturkatastrophe kamen Menschen ums Leben, Häuser, Straßen und vieles mehr wurde zerstört. Auch Familie Fabrello hat damals ihr Zuhause verloren.

Als das Wasser kam, musste Sandra Fabrello mit ihrer Familie auf den Dachboden flüchten. Ihre Töchter Clara und Celina sind zwei und fünf Jahre alt. Ein Jahr ist das her. Damals richteten überflutete Flüsse in einer Region im Westen Deutschlands schwere Schäden an. Bei der Flut im Ahrtal kamen sogar Menschen ums Leben.

Das Haus von Familie Fabrello wurde komplett zerstört. Die Familie lebt in dem Ort Bad Neuenahr-Ahrweiler im Bundesland Rheinland-Pfalz. „Wir hatten nur die Klamotten, die wir getragen haben und eine Wasserflasche, sonst nichts“, sagt sie heute. Ihre Tochter Celina konnte ihr Kissen retten, mit dem sie gern einschläft. Die restlichen Spielsachen wurden vom Wasser mitgerissen. „Wenn ich heute an die Nacht denke, bekomme ich noch immer eine Gänsehaut“, sagt Sandra Fabrello.

In ihr Haus kann die Familie wahrscheinlich nie zurückkehren. Es wurde zu stark beschädigt und muss wohl abgerissen werden. Die Familie hat eine kleinere Wohnung gefunden. Doch alle vermissen ihren Garten. „Jetzt im Sommer sind wir froh, wenn wir von Freunden mit einem Garten eingeladen werden“, sagt Sandra Fabrello. „Dann können die beiden rumtoben und die Sonne genießen.“

Nach der Flut hat alles gefehlt. Die Familie musste viele Dinge kaufen, die sonst selbstverständlich sind. „Ich hatte zum Beispiel keine Unterhosen“, sagt Sandra Fabrello. „Das kann man sich gar nicht vorstellen, aber wir hatten auch kein Besteck und keine Töpfe zum Kochen.“ Alles neu zu kaufen dauert seine Zeit und kostet Geld.

Versicherung hat noch nicht gezahlt

Celina und Clara haben durch Spenden neue Spielsachen bekommen. Auch wenn sie sich darüber gefreut haben und dankbar sind, vermissen sie ihr altes Spielzeug. „Das tut mir sehr leid und macht mich traurig“, erzählt ihre Mutter. „Aber ich kann es nicht ändern.“

Einiges macht Sandra Fabrello sehr wütend. Zum Beispiel, dass sie von ihrer Versicherung noch immer kein Geld für das Haus bekommen haben. Sie mussten sich Geld leihen, um ihre neue Wohnung einzurichten.

Celina und Clara gehen nun in einen Kindergarten in der Nähe der neuen Wohnung. Eigentlich ist es nur ein Baucontainer, denn auch das Kindergarten-Gebäude wurde zerstört. In nächster Zeit soll in der Stadt wieder ein Spielplatz eröffnen. „Es ist für die Kinder schon viel gemacht worden, aber es hätte noch mehr sein können“, sagt Sandra Fabrello. „Ich hoffe, dass irgendwann Ruhe einkehrt und wir wieder einen Garten haben.“

(dpa)