1. Karlo Clever

Bienen und Hummeln: Ein Hotel für dicke Brummer

Bienen und Hummeln : Ein Hotel für dicke Brummer

Bald summt es wieder in unseren Gärten. Doch viele Hummeln und Bienen finden nur schwer ein Zuhause. Jetzt ist aber der richtige Zeitpunkt, um ihnen eine Nisthilfe zu bauen.

Wenn die ersten Blumen aus der Erde kommen, erwachen auch Hummeln und Wildbienen aus ihrem Winterschlaf. Sie machen sich dann auf den Weg, um ein geeignetes Zuhause zum Nisten zu finden. Allerdings haben es die kleinen Brummer in unseren Gärten und Parks oft schwer. Doch wir können ihnen helfen. Zum Beispiel, indem wir ihnen Überwinterungsmöglichkeiten lassen und ihnen Behausungen für den Sommer anbieten.

Zunächst einmal müssen die Insekten gut über den Winter kommen. „Ein Garten sollte im Herbst nicht zu aufgeräumt sein, sonst kann dort kein Insekt überwintern“, sagt die Expertin Sabine Holm­geirsson. Sie kennt sich gut mit Hummeln und Wildbienen aus.

Schlafplatz im Brennholzstapel

Insekten brauchen Haufen aus Gras und Laub. Hummeln schlafen zum Beispiel auch in Stapeln von Brennholz. Wer eine Hummel am Holz findet, könne sie einfach wieder zurückschieben, sagt Sabine Holmgeirsson. „Bloß nicht ins Haus holen“, betont sie. Die Tiere wachen sonst auf.

Bei den Hummeln überleben nur die jungen Königinnen den Winter. Sie tragen seit dem vergangenen Jahr die befruchteten Eier mit sich. Im Herbst haben sie ihren Winterschlaf begonnen. Wenn es im neuen Jahr über mehrere Wochen wärmer als ein paar Grad Celsius ist, wachen sie auf. Sie suchen nach einem Nistplatz, um ein Hummelvolk zu gründen. „Hummeln fliegen dann knapp über der Erde, da die meisten Hummelarten in alten Mauselöchern nisten oder im Boden“, erklärt die Expertin.

Auch Wildbienen sind im zeitigen Frühjahr alleine unterwegs, denn sie leben sowieso immer alleine. „Das wissen viele Menschen gar nicht, da die Honigbiene viel berühmter ist und in einer großen Gemeinschaft lebt.“ Wer will, kann den Brummern bei der Nistsuche helfen: mit selbst gebauten Behausungen. „Die Hummeln sind da etwas wählerisch“, sagt Frau Holm­geirsson. Zum einen sollte das Haus auf dem Boden stehen. Der Platz ist am besten sonnig, aber geschützt. Ein paar Frühblüher sollten auch in der Nähe stehen. So können die Hummeln direkt Nahrung finden. Dann heißt es: Warten, bis eine Königin das kleine Haus passend findet. Das kann dauern. „Man kann die Hummel nicht ins Haus zwingen“, sagt die Expertin.

Wer anderen Wildbienen helfen möchte, könnte ein Insektenhotel bauen. Dazu braucht man kleine Röhren, zum Beispiel aus den getrockneten Zweigen der Forsythie. Man kann einen alten Vogel-Nistkasten nutzen und die Röhren da­rin stapeln. So entsteht eine Nisthilfe für Wildbienen. „Die ersten Bienen ziehen schon im März ein“, berichtet Sabine Holmgeirsson. Sie hat schon einige solcher Insektenhotels gebaut und findet: „Das macht richtig Spaß!“

(dpa)