1. Karlo Clever

Yoga in der Schule: Die Stille genießen

Yoga in der Schule : Die Stille genießen

Der Sport ist eine uralte Lehre aus dem Land Indien. Mit den Übungen wollen Menschen Kraft schöpfen und zur Ruhe kommen. Forscher untersuchen, wie Yoga etwa im Gehirn wirkt.

Einfach nur die Stille spüren. Die Schulkinder sitzen an ihren Tischen, die Füße auf dem Boden, die Hände auf den Oberschenkeln. Und lauschen. Niemand schreibt, niemand spricht. Nach einigen Sekunden fragt Ilona Holterdorf: „Wer hat die Stille gerade angenehm gefunden?“ Alle melden sich.

Ilona Holterdorf bringt den Kindern besondere Übungen bei: Yoga-Übungen. Nur anfangs erscheinen die leicht. Aufrecht sitzen etwa. Den Herzschlag spüren. Den Stuhl lautlos unter den Tisch stellen. „Solche Dinge verlangen den Kindern Aufmerksamkeit ab“, sagt die Fachfrau.

Die Übungen sollen helfen, zur Ruhe zu kommen und sich wieder besser konzentrieren zu können. „Die Welt wird hektischer und lauter“, sagt Ilona Holterdorf. „Und mit ihr der Unterricht in der Schule. Wir glauben, dass die Welt immer mehr von uns erwartet. Dadurch wird der Stundenplan immer voller.“ Die Folge: Für manche Kinder ist Schule unheimlich stressig. Manche verlieren auch die Lust am Lernen. Gegen diesen Stress will Ilona Holtersdorf mit ihren Übungen angehen. Und die kommen aus dem Yoga. Das ist eine Tausende Jahre alte Lehre aus Indien. Das Land liegt in Asien. Beim Yoga geht es darum, sich zu konzentrieren. Das bedeutet, man soll alles um sich herum vergessen. Das versucht man durch verschiedene Übungen zu erreichen.

„Unseren Kopf trainieren wir vor allem durch Achtsamkeit“, sagt Ilona Holterdorf. Das bedeutet: genau in diesem Moment klar und wach sein. Sich nicht ablenken lassen. „Jede achtsame Handlung ist Yoga“, erklärt die Fachfrau. Achtsamkeit üben könne man auf dem Schulweg, in der Pause, bei den Hausaufgaben, immer und überall. Durch sie lernen wir, ruhiger, gelassener und mehr bei der Sache zu sein.

Auch Wissenschaftler haben sich schon mit der Wirkung von Yoga beschäftigt. Dazu verglichen sie etwa die Vorgänge im Gehirn von Menschen, die Yoga machen, und Menschen, die kein Yoga machen. Oder sie untersuchten Blut und Speichel auf die Menge bestimmter Stoffe. Denn manche Stoffe beeinflussen die Höhe unseres Blutdrucks. Andere Stoffe stimmen uns glücklich und zufrieden.

Die Wissenschaftler fanden auch diese Hinweise: Menschen, die regelmäßig Yoga machen, können sich oft besser konzentrieren. Auch können sie besser mit Stress umgehen. Denn durch das Training wachsen möglicherweise Bereiche im Hirn, die für die Aussendung wichtiger Stoffe zuständig sind. Aber noch wissen die Wissenschaftler nicht genug darüber. Deshalb wollen sie weiter forschen.

(dpa)