1. Karlo Clever

Die Stasi wurde in der DDR vor 70 Jahrne gegründet

Spione überall : Die Stasi wollte alles wissen

Vor 70 Jahren wurde in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) das Ministerium für Staatssicherheit (Stasi) gegründet. Seine Aufgabe: Informationen über das Ausland erfahren undzwar durch Spitzel. Aber auch die eigenen Bürger wurden in der DDR überwacht und kontrolliert.

Deutschland, wie wir es heute kennen, ist noch gar nicht so alt. In diesem Jahr feiert das Land erst seinen 30. Geburtstag! Davor war es in zwei Staaten geteilt: die Bundesrepublik Deutschland und die Deutsche Demokratische Republik, abgekürzt DDR.

Wie in vielen anderen Ländern gab es auch in der DDR einen Geheimdienst: das Ministerium für Staatssicherheit, kurz Stasi genannt. Die Stasi-Agenten spionierten zum Beispiel in anderen Ländern. Dort beobachteten sie wichtige Politiker, Leute beim Militär und auch Unternehmen. „Die Stasi war aber nicht nur ein Geheimdienst, sondern auch eine Geheimpolizei“, erklärt der Fachmann Norman Kirsten. Und als solche bespitzelte die Stasi auch die eigenen Bürger! Sie ließ Leute beobachten, die etwas Kritisches über die DDR sagen könnten. Die Stasi spionierte zum Beispiel Musiker und Künstleri aus. Auch Sportler, Forscher, Kirchenleute und Jugendliche gehörten dazu. Jeder konnte beobachtet werden!

Dabei ging die Stasi richtig brutal vor. Sie ließ Menschen entführen, wegsperren oder in Arbeitslager stecken. Am Anfang geschah das so, dass es jeder sehen konnte. Später nutzte die Geheimpolizei andere fiese Methoden. Das hat unter anderem mit dem Jahr 1975 zu tun. Damals unterzeichnete die DDR auf einer internationalen Konferenz eine Erklärung, dass sie die Menschenrechte anerkennt. Menschen ganz offen fertigzumachen, wurde dann für die Stasi schwierig.

„Deshalb fing man damit an, die Leute auf andere Art zu verfolgen“, erklärt Norman Kirsten. Und das funktionierte beispielsweise so: Man brach in die Wohnung ein und stellte Sachen um, um die Leute zu verunsichern. Man versetzte die Leute plötzlich an einen anderen Arbeitsplatz in einer anderen Stadt. Oder man streute Gerüchte, dass derjenige ja selbst für die Stasi arbeitet! „Die Stasi nannte das Zersetzung“, sagt Norman Kirsten.

Auf diese Weise konnte die Geheimpolizei den Ruf der Leute zerstören. Das hatte oft zur Folge, dass sich Freunde oder auch die Familie abwandten. „Das zermürbte die Menschen nach und nach und machte sie kaputt“, sagt der Experte. Viele wurden von der Stasi auch verhaftet und ins Gefängnis gesperrt.

Es ist nun 70 Jahre her, dass die Stasi gegründet wurde. Heute gibt es sie nicht mehr. 40 Jahre lang arbeiteten die Stasi-Mitarbeiter in der DDR. Dann trat die DDR vor 30 Jahren der Bundesrepublik Deutschland bei. Deutschland wurde ein Staat und die Stasi wurde aufgelöst.

(dpa)