Ein Leben als Zirkuskind: Die Schule kommt zu den Schülern

Ein Leben als Zirkuskind : Die Schule kommt zu den Schülern

Einige der Stars im Zirkus Traber sind Kinder und Jugendliche. Wenn sie nicht üben oder auftreten, müssen auch sie in die Schule gehen. Das läuft etwas anders ab als gewöhnlich.

Das blaue Zirkuszelt mit weißen Sternen steht immer nur eine Weile an einem Ort. Dann bauen die Zirkusleute es ab und ziehen weiter in die nächste Stadt. Dort errichten sie das große Zelt des Zirkus Traber wieder.

In ihren Shows zeigen die Leute Hochseil-Kunststücke, Späße mit Clowns, Jonglage, Hula-Hoop, Ponys und vieles mehr. Immer mit dabei: der 14-jährige Jamie und der 16-jährige Tony.

Wie aber können die beiden zur Schule gehen, wenn sie ständig umziehen? Ihr Klassenzimmer kommt einfach mit! Es ist ein umgebauter Wohnwagen. „Das Klassenzimmer ist ein bisschen kleiner, aber es ist alles vorhanden, wie Tafel und Kreide. Und wir sind auch weniger Kinder“, erzählt Tony.

Die Lehrer fahren mit kleinen Bussen jeweils dorthin, wo der Zirkus gerade Station macht. „Wir haben zwei Lehrer. Einen für die Großen und einen für die Kleinen“, erklärt Tony. Trotzdem arbeiten manchmal alle Schüler zusammen. „Wir kennen uns alle gut, weil wir Geschwister, Cousinen oder Cousins sind“, sagt Tony.

Tony hat gerade seinen Realschulabschluss gemacht. Er erzählt von seiner außergewöhnlichen Schulzeit: „Vieles ist anders, aber wir haben auch ganz normale Fächer wie Mathe und Deutsch.“ Unterricht haben die Zirkusschüler allerdings nur drei- bis viermal in der Woche. Für die anderen Tage bekommen sie viel Lernstoff und Hausaufgaben.

Außerdem nehmen die Kinder an Online-Kursen teil. „Das ist ein virtuelles Klassenzimmer. Dort treffen sich Schülerinnen und Schüler zu einem festgelegten Zeitpunkt und arbeiten gemeinsam an einem Thema“, erzählt Tony.

Nach dem Unterricht haben die Zirkuskinder Proben für ihre Auftritte in der Manege. Anstatt Schulsport machen sie Akrobatik.Tony und sein Cousin Jamie treten auch zusammen als Clowns auf.

(dpa)